Obstgarten – Das Kartenspiel – Spielkritik

Alle gegen den Raben. Obstgarten – das Kartenspiel ist ein kooperatives Spiel für die Kleinen. Im Wettlauf um die Obsternte gewinnen alle oder der Rabe.


Der Rabe erhält in diesem Kartenspiel eine eigene Strasse, die er langsam zu den Obstbäumen marschiert. 9 Wegstücke muss er zu seinem Ziel zurücklegen. Er darf immer ein Stück weiter gehen, wenn auch der Rabe auf dem Würfel erscheint.

Für die Spieler liegen 4 verschiedene Kartenstapel mit Obst bereit: Kirschen, Birnen, Äpfel und Zwetschgen. Sie müssen alle Früchte ernten, bevor der Rabe die Obstbäume erreicht.
Ein Farbenwürfel entscheidet, was geerntet werden darf. Bei der entsprechenden Farbe darf man eine Obstkarte zu sich ins Körbchen legen. Würfelt man ein Körbchen, so darf man sogar 2 Früchte seiner Wahl ziehen.
Bei grossem Würfelpech verhilft man dem Raben einen Schritt weiter.

Fazit:
Obstgarten – das Kartenspiel ist eine einfache, schnelle Spielidee, die gut für die Kleinen umgesetzt wurde. Das Material ist super, der Rabe aus Holz, die Zeichnungen kindgerecht. Das Spiel ist bereits für Kinder ab 3 Jahren und findet bei Kindern Anklang. Da ein Spiel nie lange dauert, kann es überall eingesetzt werden. Die kleine Spieleschachtel findet überall Platz.

Obstgarten – das Kartenspiel | Autorin: Anneliese Farkaschovsky | Verlag: HABA
Kartenspiel für 1-6 Kinder | Spieldauer: 10 Minuten | Benötigt: Würfelglück mit Obstkenntnis | Wiederspielreiz: gross

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Arlecchino – Spielkritik

Bernard Tavitian ist der Autor von Arlecchino. Das ist der Erfinder von Blokus (> Kritik Blokus Duo). Bei seinem neuen Spiel bleiben zumindest das Spielbrett und das Thema Formen erhalten. Die Spielsteine sind aber diesmal alle quadratisch. Darauf findet man farbige Dreiecke.

Zu Beginn werden alle Spielsteine zufällig auf dem Spielbrett verteilt. Ein neutraler Stein wird entfernt, es bleibt ein Lücke. Auf den Spielsteinen sind jeweils 4 Dreiecke aufgemalt in den Farben gelb, grün, blau oder rot. Die Kombinationen sind dabei unterschiedlich. So kann eine Farbe gar nicht vorkommen oder sogar gleich vierfach.
Jeder Mitspieler darf waagrecht und senkrecht mit Steinen ziehen, auf denen seine Farbe vertreten ist. Der Spielstein darf so oft gezogen werden, wie auch die Farbe darauf zu sehen ist. Bei seinem Zug muss er aber zwingend einen anderen Spielstein überspringen. Übersprungene Steine scheiden aus und so reduziert sich das Geschehen auf dem Spielbrett langsam auf das Wesentliche.

Solange man ziehen kann, steht man unter Zugzwang. So kann man seine Gegner wunderbar in die Enge treiben und ab und zu ist man gezwungen, eigene Steine vom Brett zu nehmen.
Kann ein Spieler keinen anderen Stein überspringen, so muss er aussetzen. Ist gar kein Zug mehr möglich, da die Steine zu weit auseinander liegen, endet die Partie. Es gewinnt der Spieler, der noch am meisten Dreiecke seiner Farbe auf den Spielsteinen zählt.

Fazit:
Arlecchino ist ein schnell erlerntes Spiel von kurzer Dauer. Das Material ist sehr gut. Arlecchino ist eine Knobelaufgabe, die sich stetig verändert. Mit dem perfekten Stein versucht man möglichst viele gegnerische Dreiecke aus dem Weg zu räumen. Es bietet auch strategische Möglichkeiten, mit denen man seine Mitspieler so richtig schön ärgern kann. Beim Spiel zu Zweit wird Arlecchino etwas unübersichtlich, da man je 2 Farben führt. Das wird dann schwer planbar. Trotzdem gibt es gegen eine schnelle Runde Arlecchino nichts einzuwenden!

Arlecchino | Autor: Bernard Tavitian | Verlag: LUD Editions/Asmodée
Schiebespiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 15 Minuten | Benötigt: Den strategischen Blick für den perfekten Stein | Wiederspielreiz: ok  

Besten Dank an Swissgames und Asmodée für ein Rezensionsexemplar von Arlecchino!

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Fifty Fifty – Spielkritik

Als Gratwanderung wird das Kartenspiel Fifty Fifty angepriesen. Ein Spiel voller Gegensätze – Jung und Alt, Gut und Böse, Dick und Doof, Merkel und Westerwelle. Im Spiel wird das alles symbolisiert durch Gesichtshälften, nämlich gelbe und blaue.


Fifty Fifty ist einfach und schnell erklärt. Jeder Spieler erhält 9 Handkarten mit Werten von 1 bis 50. In der Tischmitte liegen 10 Launekarten, wovon nur eine aufgedeckt ist. Eine Launekarte zeigt an, um wie viele gelbe und blaue Gesichtshälften es in der jeweiligen Runde gerade geht. Nun legt jeder Spieler der Reihe nach eine seiner Handkarten offen vor sich hin. Die höchste Karte sticht die blauen Gesichtshälften, die tiefste Karte sticht die gelben Gesichtshälften. Alle anderen Spieler gehen leer aus. Die Karten werden weggelegt und mit einer neuen Launekarte darf wieder geboten werden.
Gelbe UND blaue Hälften gleichen sich aber wieder aus. Kann man also mit beiden Hälften ganze Gesichter machen, darf man sie wieder zurücklegen in die Tischmitte.

Das dauert so lange, bis die letzte Handkarte gespielt ist. Jede übriggebliebene Gesichtshälfte bringt dem Spieler einen Minuspunkt. Gespielt werden so viele Partien, wie Mitspieler daran teilnehmen. Wer dann die wenigsten Minuspunkte hat, gewinnt.

Fazit:
Fifty Fifty ist ein schnelles Kartenspiel, das nicht lange dauert. Der Stichmechanismus erinnert ein wenig an Und tschüss… , der Endspurt mit den Handkarten gleicht 6 nimmt! . So ist das Spiel spannend, aber alles kommt einem irgendwie bekannt vor. Fifty Fifty ist ein guter Absacker, ein solides Kartenspiel für zwischendurch und es sieht toll aus. Damit kann man eigentlich nichts falsch machen. Den totalen Durchbruch hat es aber in unseren Spielrunden nie geschafft. Oder in anderen Worten ausgedrückt: die Chancen stehen fifty-fifty.

Fifty Fifty | Autor: Reiner Knizia | Verlag: Zoch-Verlag
Kartenspiel für 3-5 Personen | Spieldauer: ca. 30 Minuten | Benötigt: Einen inneren Ausgleich für ein ausgeglichenes Kartenspiel | Wiederspielreiz: ok 

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Heckmeck Junior – Spielkritik

Nachdem Reiner Knizia mit Heckmeck am Bratwurmeck einen Würfelspielklassiker erfunden hat, sollen auch die Kleinen nun nicht mehr zu kurz kommen – Heckmeck Junior. Den Rechenkünsten des Zielpublikums angepasst, sind die Bratwurmportionen kleiner gehalten. Und die Würfelaugen machen Hamburgerzutaten Platz. Schliesslich soll man einen tollen Häc Mäc kochen.


Aber der Reihe nach: Am Spielsystem von Heckmeck am Bratwurmeck hat sich wenig geändert. Gespielt wird mit 6 Würfeln. Die Bratwurmportionen in der Tischmitte besitzen Werte von 4 bis 9 und werden doppelt geführt. Auf den Würfeln findet man natürlich die Würmer. Ohne Wurm geht nichts! Dazu gibt’s aber Gurken, Käse, Ketchup und Brötchen. Für sämtliche Zutaten bekommt man einen Punkt, das Brötchen bringt zwei Punkte, weil es oben und unten beim Häc Mäc benötigt wird – logisch.

Wer an der Reihe ist, würfelt so oft er mag. Aber man muss immer eine neue Zutat zur Seite legen. Aufhören darf man immer, es muss jedoch zwingend mindestens ein Wurm in der Ausbeute sein. So ganz ohne Fleisch fehlt schliesslich einfach die Würze. Im besten Fall werden die Punkte addiert und man darf sich einen Stein aus der Tischmitte nehmen. Die werden vor sich gestapelt, wenn es im Laufe des Spieles immer mehr werden. Würfelt man eine Zahl, die nicht mehr in der Mitte liegt, darf man eine niedrigere Zahl rausnehmen.

Übernimmt man sich aber, wenn man keine neue Zutat mehr erwürfelt, so geht man leer aus und muss erst noch in der Tischmitte die höchste Bratwurmportion umdrehen. Die ist dann für das ganze Spiel weg.

Soweit, so friedlich. Aber man darf bei gutem Wurf auch die obersten Bratwürmer auf den Stapeln seiner Mitspieler stibitzen. Das sorgt nicht immer für Freude, macht aber Spass.
Ist der Grill in der Tischmitte leer, zählt man seine errungenen Bratwürmer und bestimmt den Sieger.

Fazit:
Heckmeck Junior weicht nur unwesentlich vom Original ab. Aber es ist kindgerecht umgesetzt worden. Gut, es müssten nicht unbedingt Hamburger sein, die da zusammengestellt werden, aber mit verschiedenen Früchten ist der Wurmeffekt eben auch nicht mehr derselbe. Heckmeck Junior ist schnell erlernt, dauert nicht lange und wird von Kindern gerne gespielt. Was will man mehr! Wer also eine Einstiegsvariante für die Kleinen sucht, soll zugreifen.

Heckmeck Junior | Autor: Reiner Knizia | Verlag: Zoch-Verlag
Würfelspiel für 2 – 5 Kinder | Spieldauer: 20 Minuten | Benötigt: Würfelglück am Bratwurmstand | Wiederspielreiz: gross

> Spielkritik Heckmeck am Bratwurmeck
> Heckmeck für unterwegs

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Qwirkle – Spielkritik

Qwirkle ist ein Kombinationsspiel, das sich um Farben und Formen dreht. Eine ungeheure Kombinatorik wurde wohl auch schon bei der Namensfindung an den Tag gelegt. Anders lässt sich der ulkige Name des Spieles nicht erklären. Der Name ist aber schwieriger zu erlernen als das Spiel. Los geht’s!

In der grossen Qwirkle-Schachtel befinden sich 108 Spielsteine aus Holz. Sie sind mit 6 verschiedenen Formen in 6 verschiedenen Farben bemalt. Jeder Stein existiert genau drei Mal. Alle Steine werden im grossen Spielbeutel gemischt. Von dort werden laufend Steine nachgezogen.

Bei Spielbeginn ziehen alle Spieler 6 Steine. Nun sollen auf dem Spieltisch Reihen gebildet werden. Möglich sind Reihen mit der gleichen Farbe – jedoch unterschiedlichen Formen. Oder aber Reihen mit der gleichen Form – jedoch unterschiedlichen Farben. Dabei darf kein Spielstein doppelt vorkommen. So kann eine Reihe maximal 6 Steine vorweisen – das wäre dann ein Qwirkle.

Wer an der Reihe ist, hat 2 Aktionsmöglichkeiten. Entweder einen oder mehrere Steine an bereits liegende Spielsteine anlegen oder aber Steine eintauschen. Kann man nicht anlegen, so ist man zum Tausch gezwungen.
Gespielt wird nach Punkten. Jeder angelegte Stein bringt einen Punkt. Passt ein Stein gleich zu mehreren Reihen, so wird addiert. Wird eine Reihe komplettiert – hier ist er wieder, der Qwirkle – kriegt man sogar noch 6 Zusatzpunkte. Angelegte Steine darf man aus dem Beutel sofort wieder nachziehen.


Das Spiel dauert so lange bis ein Spieler den letzten Stein gelegt hat. Das bringt ihm zusätzliche 6 Bonuspunkte ein. Es gewinnt nun, wer am meisten Punkte eingefahren hat.

Fazit:
Qwirkle ist eines der Spiele, das mich nicht auf den ersten Blick anspricht. Die wunderschönen Holzsteine haben mich dann aber schnell umgestimmt. Das Spiel überzeugt durch seine Einfachheit, hat aber echte kombinatorische Spieltiefe. Das verlängert das Spiel, wenn Grübler am Tisch sitzen. Der Glücksfaktor beim Ziehen der Steine relativiert sich schnell wieder, weil man nie weiss, welche Kombination auf dem Spieltisch gefragt ist. Durch geschicktes Legen der Steine können Mitspieler auch gebremst werden. Es sind immer viele Möglichkeiten offen. Kurz: Qwirkle hat mich sehr positiv überrascht. Das Spiel eignet sich übrigens auch sehr gut für zwei Personen.

Qwirkle | Autorin: Susan McKinley Ross | Verlag: Schmidt
Legespiel für 2-4 Spieler | Spieldauer: ca. 40 Minuten | Benötigt: Den einzigartigen, quadratischen Kombinationsdurchblick | Wiederspielreiz: gross

Besten Dank an Carletto und Schmidt für ein Rezensionsexemplar von Qwirkle !

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