Jaipur – Spielkritik

Das Kartenspiel Jaipur ist ein Handelsspiel für 2 Personen. Auf einem Markt im Orient muss man sich Tücher, Silber, Gewürze, Leder etc. sichern, um möglichst viel Gewinn einzufahren.

Es geht um die Gunst des Maharadschas. Denn nur der beste Händler kann bei ihm Hoflieferant werden und sein Ansehen steigern. Gestartet wird mit 5 Handkarten. Karten gibt es reichlich bei Jaipur. Sie zeigen entweder begehrte Waren (Diamanten, Gold, Silber, Tuch, Gewürze, oder Leder) oder einfach Kamele. Auf dem Markt in der Tischmitte werden bei Spielbeginn immer 3 Kamele sowie 2 zufällige Warenkarten präsentiert. Dort darf gehandelt werden, es müssen dazu immer 5 Karten auf dem Markt sein.
Die Handkarten werden geheim gehalten. Nur Kamele kommen auf die Koppel und liegen vor den Spielern offen aus. Auf dem Tisch liegen ebenfalls ganz viel Chips. Sie sind den Warenfarben entsprechend sortiert und tragen verschiedene Werte.

Ein Spieler, der an der Reihe ist, kann entweder Karten nehmen oder ablegen. Karten können dabei immer nur vom Markt genommen werden. Der Spieler kann sich entscheiden, ob er nur eine einzelne Warenkarte nimmt, die dann vom Nachziehstapel ersetzt wird. Er kann aber auch mehrere Warenkarten austauschen gegen eigene. Oder er nimmt alle Kamele vom Markt in seine Koppel. Sie werden ebenfalls mit Karten vom Nachziehstapel ersetzt. Kamele darf man auch zurücktauschen, sie aber niemals einzeln vom Markt nehmen. Daher sind sie begehrte Tauschobjekte, um dem Gegner keine guten Warenkarten zu präsentieren.

In der Hand darf man höchstens 7 Karten halten. Deshalb sollte man seine Waren zum besten Zeitpunkt verkaufen und ablegen. Je mehr gleiche Karten ich verkaufen kann, desto mehr Geld in Form von Chips darf ich mir vom Tisch holen. Die ersten Chipswerte sind dabei höher als die letzten in der Reihe. Ab drei verkauften Karten einer Sorte kann ich zusätzlich noch einen Bonuschips ziehen, der mir einen zufälligen Geldbeitrag sichert.
Die teuren Waren (Gold, Silber, Diamanten) darf ich erst ab 2 Stück verkaufen.

So wird gehandelt und werden Chips gezogen bis entweder der Nachziehstapel leer ist oder 3 Warenchips-Arten ausverkauft sind. Wer dann am meisten Kamele in seiner Koppel hat, darf sich einen Bonuschip im Wert von 5 Rupien nehmen.
Alle gehandelten Chips werden nun gezählt. Waren- und Bonuschips sind auf der Rückseite wie Münzen bedruckt. Wer am meisten Geld hat, gewinnt diese Runde. Wer bei Jaipur zuerst 2 Rundensiege einfährt, wird Hoflieferant des Maharadschas und gewinnt das Spiel.

Fazit:
Jaipur ist ein tolles Handelsspiel für 2 Personen. Mit den Kamelkarten lässt es sich herrlich taktieren. Man sollte das Sammelverhalten des Mitspielers immer beobachten, ihm nie eine zu grosse Auswahl auf dem Markt überlassen. Um handlungsfähig zu bleiben, darf man trotzdem nicht zu viele Karten sparen, denn es könnte sich plötzlich ein lukrativer Tausch anbieten. Jaipur bietet einen schnell erlernten Spielspass mit angenehmer Spieldauer, die zur Revanche animiert. Es ist weniger glückslastig wie beispielsweise Lost Cities. Und das Material und die Gestaltung sind ausgezeichnet. Jaipur ist ein sehr empfehlenwertes 2-Personen-Spiel.

Jaipur | Autor: Sébastien Pauchon | Verlag: Game Works
Kartenspiel für 2 Personen | Spieldauer: ca. 30 Minuten | Benötigt: Taktisches Handeln und Kamele, Kamele, Kamele | Wiederspielreiz: sehr gross

Besten Dank an Swissgames und Game Works für ein Rezensionsexemplar von Jaipur!

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Spiel des Monats – 7 Wonders

Im Monat April schaue ich mir 7 Wonders (Antoine Bauza/Verlag: Repos) im Preisvergleich an. Wer bietet das Spiel zu welchem Preis an? Wie immer beziehe ich mich auf die Preise in der Schweiz, ziehe aber zum kleinen internationalen Vergleich Amazon.de bei. Der hohe Preis von 7 Wonders wurde in Spielerkreisen oft kritisiert. Daher könnte sich dieser Vergleich lohnen.

Zum Spiel:
In 7 Wonders leitet man die Regierungsgeschäfte einer der 7 grossen Städte der antiken Welt. Mit Ländereien, Fortschritt, Handelsbeziehungen und Militär soll ein architektonisches Wunderwerk errichtet werden. Wer seine Stadt am besten ausbaut, gewinnt nach Siegpunkten.

Preisvergleich 7 Wonders - 28. April 2011

AnbieterLadenpreisPreis inkl. Versandkosten
Books.ch72.00 Fr.72.00 Fr.
Bol.ch59.50 Fr.59.50 Fr.
Ex Libris/exlibris.ch69.90 Fr.69.90 Fr.
Spielbude.ch62.90 Fr.67.40 Fr.
Spielzone.ch63.70 Fr.71.20 Fr.
Storyworld.ch48.40 Fr.48.40 Fr.
Thalia.ch59.50 Fr.63.00 Fr.
Weltbild62.90 Fr.70.85 Fr.
Wog.ch59.00 Fr.59.00 Fr.
Amazon.de-----------44.20 Fr.
Preisvergleich des Brettspiels Pergamon. Grün markiert: Der günstigste Preis mit und ohne Versandkosten.

Bei 7 Wonders liegt eine Preisspanne von beinahe 30 Fr. drin. Für einmal lohnt sich der Einkauf bei Amazon.de wieder knapp, das war im letzten Vergleich nicht der Fall (Umrechnungskurs 27.04.2011). In der Schweiz hat Storyworld.ch mit mehr als 10 Fr. Ersparnis die Nase vorn. Es scheint, als ob der Online-Händler die Preise immer ziemlich drücken kann. Ein Vergleich lohnt sich also!

> Spiel des Monats März 2011: Pergamon

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ABC DRS 3 – Spielkritik

ABC DRS 3 ist DAS Radiokultspiel in der Schweiz. Vom Radiopioniergeist getrieben, erfand der Moderator François Mürner ein einfaches Spiel, das sich bis heute am Radio hält und seit einiger Zeit auch als Kartenspiel erhältlich ist. Nun in einer Jubiläumsausgabe in der Metallbox.

Seit mittlerweile 20 Jahren gibt es ABC DRS 3 jeden Morgen um 7.50 Uhr im Radio. Und das Spielprinzip ist so simpel wie erfolgreich. Ein Hörer erhält vom Moderator einen Buchstaben. Innerhalb 45 Sekunden und nur mit einer Kurzbeschreibung muss der Hörer nun möglichst viele Begriffe erraten.
Hier zum Mitraten: Buchstabe N. Stehen im Zeugnis – NOTEN. Römischer Kaiser – NERO. Ein Bein im Gesicht – NASENBEIN. Weitere Ideen dürfen gerne an die Radiostation eingereicht werden.

Das Kartenspiel funktioniert natürlich genau so. Ein Moderator stellt einem Hörer die Fragen. Für die Anzahl richtig erratener Wörter bekommt er Punkte. Je mehr Wörter, desto mehr Punkte. Weitere Mitspieler können mit Wettkarten auf die richtige Anzahl Lösungen setzen und erhalten so ebenfalls Punkte. Dann wechseln die Rollen. Die Spielzeit ist dabei variabel. Vorgängig werden die zu erreichenden Punkte festgelegt.

ABC DRS 3 kann mit 2 Spielern gespielt werden, ist aber auch für grössere Gruppen geeignet. Es können Teams gebildet werden, die gegeneinander antreten. So ist das Spiel auch in Gruppen schnell eingeführt und macht Spass.
200 Fragekarten mit 4000 Fragen bieten zudem ein grosses Repertoire. ABC DRS 3 ist mit früheren Ausgaben kombinierbar. Damit sind die Fragen über Jahre hinaus gesichert.
Speziell an der Jubiläumsausgabe: Der elektronische Timer lässt richtiges Radio-Feeling aufkommen. Darauf ist der Original-Radio-Sound zu hören.

Fazit:
ABC DRS 3 ist in der Schweiz ein Stück Radiogeschichte. So einfach ist gute Radiounterhaltung – und so viel Spass macht sie. ABC DRS 3 ist ein simples Quiz unter Zeitdruck. Wer gerne Ratespiele macht, ist mit diesem Spiel bestens bedient. Aber Achtung: Das Spiel ist in reinem Schweizerdeutsch, es gibt allerdings auch eine hochdeutsche Fassung: ABC DRS 3 deutsch und deutlich. Einfach, praktisch, gut! Und während der Radiosendung am Morgen kenne ich immer jedes Wort ;-)

ABC DRS 3 | Autor: François Mürner/Atelier Rohner+Wolf | Verlag: gamefactory
Wörterquiz für 2-12 Personen | Spieldauer: ab 10 Minuten | Benötigt: Schnelle Hirnwindungen im Allgemeinwissen | Wiederspielreiz: gross

» Zur Neuauflage: ABC SRF 3

Besten Dank an Carletto und gamefactory für ein Rezensionsexemplar von ABC DRS 3!

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7 Wonders – Spielkritik

7 Wonders ist ein Kartenspiel, das in Spielerkreisen schnell einen guten Ruf erhielt. Bei 7 Wonders muss man in 3 Zeitaltern seine Stadt weiterentwickeln. Wenn man es nebenbei auch noch schafft, sein eigenes Weltwunder zu errichten – umso besser!

Das Herzstück von 7 Wonders ist der Kartenmechanismus. Aus einigen Handkarten wählt man immer eine aus, die man in seiner Stadt verwenden will. Die restlichen Karten werden an den nächsten Mitspieler weiter gegeben. So wandern die Karten während des Spiels reihum. Je nach Anzahl der Spieler sieht man einige Karten ein zweites Mal, andere nicht mehr. In jedem Zeitalter kommt ein neuer Stapel Karten ins Spiel und bringt neue Ausbaumöglichkeiten für die Stadt.

Jeder Spieler startet mit einer Stadt, 3 Münzen und 7 Handkarten ins Spiel. Aus den Handkarten wählt er eine aus, die er verwenden möchte, die anderen reicht er weiter. Seine Karte kann er nun anbauen, für 3 Münzen verkaufen oder als Teil seines Weltwunders verwenden. Alles hat aber seinen Preis. So lohnt es sich zuerst Ressourcenkarten anzubauen. Die kann man für den Kartenkauf immer wieder verwenden. Ja, man kann sogar bei seinen Spielnachbarn Ressourcen einkaufen, die man zum Bau benötigt. Daneben gibt es aber auch noch Forschungs-, Handels-, Militär-, Gilden- oder Profanbaukarten. Alle haben einen speziellen Nutzen und bringen entweder Geld, Siegpunkte, Macht, Vergünstigungen oder Produkte ein. Mit einigen Karten darf man später im Spiel sogar Erweiterungen kostenlos bauen. Es kann sich also durchaus lohnen strategisch zu bauen – wenn es die Mitspieler zulassen. Denn wie gesagt: Ich kann nur aus den Handkarten wählen, die mir meine Mitspieler übrig lassen.
Nach jedem Zeitalter gibt es Militärpunkte zu gewinnen. Verglichen wird mit den Spielnachbarn. Eine grössere Militärmacht ergibt mehr Siegpunkte.

Nach 3 gespielten Zeitaltern ist Schluss. Es zählen nun die Siegpunkte und die gibt es reichlich. Verschiedene Strategien werden belohnt. So zählt die militärische Stärke, das Geld, der Ausbau der Weltwunder, die angebauten Siegpunkte, Punkte aus den Gilden- und Handelskarten und die Forschung wird in ihrer Vielfalt und Anzahl gar doppelt gewichtet.

7 Wonders ist ein Spiel mit unzähligen Möglichkeiten. Trotzdem baut man seine Stadt nur in 18 Schritten aus. Man sollte also Prioritäten setzen – wenn es die Mitspieler erlauben. Viele Wege führen zum Ziel. Und die Taktik darf ja beliebig geändert werden, wenn sie Erfolg verspricht.
Mit einer Sonderregel lässt sich 7 Wonders auch zu zweit spielen, entfaltet meiner Ansicht nach aber vor allem mit mehreren Spielern seine ganze Pracht.

Fazit:
Bei 7 Wonders überblickt man erst nach einigen Partien die unzähligen Möglichkeiten, die sich bieten. Die Karten sind aber gut gestaltet und erklären sich selber. Alle Mitspieler sind immer im Spiel. So spielt sich 7 Wonders mit 3 Spielern genau gleich schnell wie mit 7 Spielern. 7 Wonders ist ein strategisches Aufbauspiel, das mit dem Kartenmodus und den vielen Möglichkeiten Spass macht und am Schluss Spannung bietet bei der Auswertung. Schlechte Karten gibt es keine, auf die richtige Strategie kommt es an. So ist bei diesem tollen Spiel auch ein hoher Wiederspielreiz garantiert.
Ein erfolgreiches Spiel ruft zudem nach einer Erweiterung: So ist 7 Wonders Leaders bereits angekündigt.

7 Wonders | Autor: Antoine Bauza | Verlag: Repos/Asmodee
Kartenspiel für 2-7 Personen | Spieldauer: ca 30 Minuten | Benötigt: Den totalen Kartenüberblick mit einer grossen Prise Strategie | Wiederspielreiz: hoch

Besten Dank an Carletto und Asmodee für ein Rezensionsexemplar von 7 Wonders!

> Spielkritik 7 Wonders Leaders

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Ratuki – Spielkritik

Ratuki ist ein neues, rasantes Kartenspiel für die ganze Familie. Wer mitmacht, muss ganz einfach bis 5 zählen können – aber das bitte mit Tempo.

Jeder Spieler erhält 34 Karten. Sie sind nummeriert mit Zahlen von 1 bis 5, allerdings auf immer andere Art und Weise: Mit Zahlen, mit Strichen, Würfelaugen etc. Die eigenen Karten werden gemischt und als verdeckter Nachziehstapel vor sich hingelegt. 3 Karten sind immer in der Hand. Geht eine weg, darf sofort nachgezogen werden.

Ab Spielstart ist die Gemütlichkeit dahin. Jeder Spieler versucht seine Karten so schnell wie möglich abzulegen. Dabei muss die Zahlenreihenfolge vorwärts oder rückwärts eingehalten werden. Kann ein Spieler eine 5 legen, so ist der Stapel abgeschlossen. Er ruft laut: „Ratuki!“ und nimmt den ganzen Stapel zu sich. Mit der 1 kann nun ein neuer Stapel eröffnet werden.
Natürlich gibt es noch einige Regeln zu beachten. So wird immer nur mit einer Hand gespielt. Die Anzahl der Kartenstapel in der Mitte entspricht der Spieleranzahl. Kann eine Karte nicht gelegt werden, so kommt sie auf einen Ablagestapel des Spielers. Und dann gibt es noch die Ratuki-Karten, die als Joker beliebig eingesetzt werden dürfen.

Eine Spielrunde endet, wenn ein Spieler keine Karten mehr hat. Er stoppt das Spiel und es geht zur Punktewertung. Alle gesammelten Karten bringen Pluspunkte. Abgezogen werden noch die Karten vom Ablage- und vom Zugstapel. So erhält jeder Spieler seine Punkte für diese Runde. Die Karten werden wieder nach Farben an die Mitspieler verteilt und Ratuki geht von vorne los. Wer zuerst 100 Punkte gesammelt hat, gewinnt.

Fazit:
Ratuki ist ein rasantes Kartenlegespiel für die ganze Familie. Die Spielregeln sind einfach, Ratuki kann sofort gestartet werden. Eine Runde ist schnell gespielt. Wer schnelle Legespiele wie Ligretto mag, der ist mit Ratuki sehr gut bedient. Oft sind es gerade die einfachen Spiele, die in Spielrunden grossen Spass bereiten. Ratuki gehört ohne Zweifel dazu.

Ratuki | Autor: Hasbro | Verlag: Hasbro
Rasantes Kartenlegespiel für 2-5 Personen | Spieldauer: 15 Minuten | Benötigt: Tempo, Tempo, Tempo | Wiederspielreiz: gross

Besten Dank an Hasbro für ein Rezensionsexemplar von Ratuki!

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