Siedler-Schweizermeisterschaft 2011

Die Schweiz siedelt. An der Siedler-Schweizermeisterschaft 2011 wird der beste Schweizer Siedler gesucht. Das Brettspiel Die Siedler von Catan erfreut sich seit 1995 uneingeschränkter Beliebtheit. Der Spieletreff am Zürisee Wädi spielt! organisiert daher auch dieses Jahr wieder die Siedler-Schweizermeisterschaft. Sie findet am Sonntag, 22. Mai 2011 in Wädenswil statt. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt – mehr als die Hälfte der 64 Spielplätze sind bereits belegt. Gespielt wird über mehrere Runden: Das Basisspiel, ein vorgefertigtes Seefahrer-Szenario und in der Finalrunde die Städte & Ritter-Erweiterung.

Also – ran an den Siedler! Spielfreudige, interessierte Siedler finden detaillierte Infos und ein Anmeldeformular bei den Kollegen von Wädi spielt!

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Prrrt – Spielkritik

Prrrt ist das neue Spiel aus dem Hurrican Verlag. Und bei Prrrt liegt mächtig was in der Luft, denn in diesem Kartenspiel geht es um den… Furz! Nicht unbedingt ein Thema, über das man gerne eine Spielkritik verfasst. Doch bei Prrrt lohnt sich ein genaueres Hinsehen.

Jemand hat gepupst! Nun soll der Täter überführt werden. In der Tischmitte gibt es 3 Kartenstapel. Die Orts-Karten verraten, wo und in welcher Intensität das Ereignis stattgefunden hat. Die Geruchskarten werden als Handkarten an die Spieler verteilt. Die Schäm dich-Karten zeigen Personen, die sich mehr oder weniger durch den Geruch belästigt fühlen. Sie sind mit Zahlenwerten gekennzeichnet und entscheiden am Schluss das Spiel.

Nachdem der Ort des Geschehens bekannt ist, erhalten alle Spieler 5 Geruchskarten in die Hand. Sie enthalten Zahlenwerte von 0-7, einige von ihnen beinhalten auch Aktionen. Nun geht das Spiel reihum. Die Frage steht im Raum: „Hast du einen fahren lassen? Hast du gepupst?“ Der Mitspieler hat 2 Möglichkeiten. Er gesteht die schändliche Tat und nimmt sofort die in der Mitte ausliegenden Schäm dich-Karten zu sich. Oder er leugnet – egal ob im Recht oder Unrecht. Dann wird ihm eine Geruchskarte aus der Hand gezogen und offen abgelegt. Das bringt Hinweise, ob man wirklich für die Tat in Frage kommt oder unschuldig ist.
So werden alle Spieler der Reihe nach befragt, es liegen immer mehr Geruchskarten offen. Nach jeder Runde, in der niemand den Duft produziert haben will, kommt eine neue Schäm dich-Karte in die Mitte. So eine dreiste Tat will schliesslich ordentlich bestraft werden. Nach drei Fragerunden ist Schluss.


Hat sich kein Täter bekannt, darf nun geraten werden. Alle Spieler tippen, wer der Pupser in der Runde ist. Drei Handkarten liegen nun offen, zwei sind noch verdeckt. Das sollte doch reichen, um den Täter eindeutig zu identifizieren?!
Am Schluss folgt die Abrechnung. Der Spieler mit den höchsten Geruchswerten aller Handkarten nimmt die mittlerweile gewachsene Menge Schäm dich-Karten zu sich. Zudem bekommt er noch eine Schäm dich-Karte für jeden Spieler, der ihn zu Recht beschuldigt hat. Für falsche Anschuldigung bekommen die Mitspieler ebenfalls eine Schäm dich-Karte vom Stapel. Nur Spieler mit einem guten Näschen gehen leer aus.

Prrrt bietet aber noch einige Zwischenaktionen. So kann man mit einigen Geruchskarten die Handkarten tauschen, Schäm dich-Karten wieder loswerden oder hohe Zahlenwerte einem Mitspieler unterjubeln. So kann man auch strategisch vorgehen, wenn die Duftmarke eindeutig eine andere Sprache spricht.

Prrrt erinnert stark an MOW, spielt sich aber ganz anders. Das Autorenteam ist dasselbe, was besonders an der Graphik unverkennbar ist.

Fazit:
Prrrt ist ein witziges Kartenspiel, das trotz der ungewöhnlichen Thematik (oder gerade deswegen) grossen Spass verbreitet. Strategisch kann man einiges erreichen, trotzdem ist auch ein gewisser Glückfaktor entscheidend. Die Gestaltung ist einmal mehr hervorragend und ansprechend. Einzig die Spielregel beantwortet nicht gar alle Fragen: Was geschieht bei Punktegleichheit bei den Geruchskarten? Erfahrene Spieler wissen sich aber in einer solchen Situation sicher zu helfen. Also: Wenn man mal vom Geruch absieht, erhält man mit Prrrt ein spassiges, gutes Kartenspiel, das sich leicht und locker auch mit Strategie spielen lässt.

Prrrt… | Autoren: Ludovic Maublanc/Bruno Cathala | Verlag: Hurrican
Kartenspiel für 3-7 Personen | Spieldauer: 30-45 Minuten | Benötigt: Ein wenig Bluff, ein wenig Strategie, ein wenig Glück und ein gutes Näschen | Wiederspielreiz: gross

Besten Dank an Swissgames und Hurrican für ein Rezensionsexemplar von Prrrt…!

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Kennerspiel des Jahres

Nun ist die Entscheidung also gefallen. Nein, die Spiele des Jahres sind noch nicht gewählt, aber die Kategorien stehen nun alle fest. Das Spiel des Jahres gibt es bereits seit 1979, viel später kam das Kinderspiel des Jahres dazu und ab diesem Jahr folgt nun der dritte Hauptpreis – das Kennerspiel des Jahres.
Das neue Logo ist in diesem Beitrag zu sehen. Ausgezeichnet werden Brettspiele, für die es bereits einiges an Erfahrung benötigt und die eine Herausforderung für die Spieler bedeuten. Für die Wahl ist die Jury der Kategorie Spiel des Jahres zuständig. Jurymitglied Tom Felber hat im Interview mit brettspielblog.ch bereits einiges über den Ablauf preisgegeben.

Am 23. Mai 2011 erscheinen die Nominierungslisten für die neu 3 Kategorien zum Spiel des Jahres.

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Glen More – Spielkritik

Glen More ist ein Spiel um Einfluss und Macht im Schottland des 17. Jahrhunderts. Als Oberhaupt eines Clans werden die Geschicke gelenkt im Kampf um Ressourcen, Land und Geld. Ein strategisch vielseitiges Brettspiel aus dem Hause alea.

Auf dem Spielfeld bewegen sich die Figuren immer im Kreis. Eine erste Besonderheit von Glen More: Immer der hinterste Spieler im Feld ist am Zug. So kann es vorkommen, dass ein Spieler drei Mal zieht, bevor ein anderer wieder an der Reihe ist. Gezogen wird auf Felder mit Plättchen. Auf ihnen sind Dörfer, Landschaften, Häuser oder besondere Orte: Loch Ness, Loch Oich, Loch Morar etc. Diese Plättchen kann man erwerben, um sein eigenes Gebiet zu erweitern. Einige kosten etwas, andere sind umsonst. Und auch der Nutzen ist unterschiedlich. So bringen sie Ressourcen, Whisky oder gleich Siegpunkte. Auf die richtige Mischung kommt es an.
Wenn ein neues Plättchen angebaut wird, werden alle anderen rundherum für die Produktion aktiviert und bringen sofort einen Ertrag oder eine Aktion. Bauen darf man allerdings nur dort, wo auch ein Clanmitglied anwesend ist.
So baut man langsam sein eigenes Gebiet aus und setzt Schwerpunkte in unterschiedliche Produktionen. Braucht man beim Kauf eines Plättchens gewisse Ressourcen, kann man sie auch auf dem Markt erwerben. Die Nachfrage regelt dabei den Preis. Gleiches gilt dabei natürlich für den Verkauf, der so wieder Geld einbringt.

Drei Wertungen finden in einer Partie Glen More statt. Sie sind durch den Nachschub der Plättchen genau festgelegt. Hier kommt eine zweite Besonderheit des Spiels zum Zug: Punkte werden immer im Vergleich zum schlechtesten Spieler vergeben. Verglichen werden die Whiskyproduktion, die Chieftains und die besonderen Orte. Whisky kann aus dem Spiel heraus produziert werden, Chieftains sind Oberhäupter eines Clans. Wenn man mit einem schwarzen Clanmitglied während des Spiels von seiner Landschaft zieht, wird ein neues Oberhaupt geboren. Besondere Orte sind alle „Loch“-Plättchen, die man während des Spiels erworben hat. Je grösser die Differenz zum schlechtesten Spieler ist, desto mehr Siegpunkte erhält man.
Nach der dritten Wertung kann es für bestimmte Landschaftplättchen noch Sonderpunkte geben. Die übrigen Münzen bringen auch je einen Punkt ein. Doch dann werden noch die Gebiete der Spieler verglichen. Für jedes Plättchen, das man im Vergleich zum kleinsten Gebiet mehr hat, muss man 3 Siegpunkte abgeben. So werden Hamsterkäufe während des Spiels bestraft.

Bei 2 oder 3 Spielern kommt ein Würfel zum Einsatz, der einen weiteren Spieler imitiert und ebenfalls Plättchen aus dem Spiel nimmt. Eine gute Idee, die Glen More somit auch für weniger Spieler zu einem attraktiven Spiel macht.

Fazit:
Glen More ist ein strategisch sehr durchdachtes Spiel mit sehr vielen Möglichkeiten. Spezialkarten bieten Funktionen, die einem Spieler in diesem oder jenem Bereich einen wertvollen Vorteil verschaffen. Trotzdem sollte man auf die Grösse seines Gebietes und die Anzahl der Clanmitglieder achten. Sie sind genau so wichtig für eine erfolgreiches Spiel. Der Zugmechanismus ist toll, kann in grösserer Spielrunde aber auch zu Wartezeiten führen. Das Spielmaterial ist klein, aber fein. Die Siegpunktverteilung lässt verschiedene Strategien zu und trotzdem ist Glen More erst nach der 3. Wertung entschieden. Ein Rückstand lässt sich mit passender Taktik auch aufholen. Glen More spielt sich trotz vieler Möglichkeiten rund und ist ein sehr gutes Strategiespiel.

Glen More | Autor: Matthias Cramer | Verlag: alea / Ravensburger
Strategiespiel für 2-5 Personen | Spieldauer: ca. 60 Minuten | Benötigt: Taktisches Geschick beim Landschaftsbau | Wiederspielreiz: sehr gross

Besten Dank an Fata Morgana für den zuvorkommenden Service beim Erwerb von Glen More!

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Uluru – Spielkritik

Uluru, so heisst der Ayers Rock im fernen Australien. Im Spiel suchen 8 Tiere ihren Platz rund um den roten Berg – und sind dabei oft sehr wählerisch.

Uluru ist ein Logik- und Denkspiel auf Zeit. Alle Spieler wetteifern gleichzeitig auf ihrer eigenen Spieltafel mit 8 Sitzplätzen rund um den Ayers Rock. Ihnen stehen 8 farbige Spielfiguren zur Verfügung. Die Tiere Australiens werden nämlich nachts zu Traumvögeln, die sich um den Uluru versammeln. Dabei äussern die Tiere ihre Wünsche auf Spielkarten, die auf dem grossen Spielbrett in der Tischmitte liegen. So sind die Wünsche nicht immer bescheiden: Rot will unbedingt neben Blau sitzen; Grün möchte gegenüber von Weiss sein; Gelb will in einer Ecke mit Schwarz sitzen und Orange ist es total egal, was passiert. Nun liegt es an den Spielern, alle Wünsche zu erfüllen. Dazu hat man genau eine Sanduhr lang Zeit.
Nicht immer lassen sich alle Wünsche erfüllen, aber zumindest sollte man sich bemühen, die vielen Wünsche richtig miteinander zu kombinieren. Das sorgt in der Hektik manchmal zu unüberlegten Situationen.


Die Spielkarten sind nach Schwierigkeitsgraden markiert. So kann man leicht beginnen und die Kombinationen immer mehr steigern. Erst wenn Rot das Gegenteil will wie Blau, beginnen die Hirnzellen richtig zu rattern. Für jeden nicht gesetzten Traumvogel und jede falsche Kombination erhält man einen Stein. Wer nach 6 Runden am wenigsten Steine hat, gewinnt.

Uluru ist ein sehr variables Spiel. So kann der Schwierigkeitsgrad durch die Spielkarten angepasst werden. Zudem ist auf der Rückseite des Spielbretts eine Partie mit 2 Kartenauslagen möglich. Damit lässt sich beispielsweise für Kinder eine leichte, für Erwachsene eine schwierige Version legen, die es zu erfüllen gilt. Absolute Experten spielen sogar mit der Doppelauslage und erfüllen den Tieren gleich beide Wünsche – eine wirkliche Herausforderung.

Fazit:
Uluru ist ein tolles Spiel und macht grossen Spass. Nur mit einer guten Mischung aus Tempo und Logik kommt man bei Uluru voran. Der Illustrator Harald Lieske hat im Interview mit brettspielblog.ch bereits von den Zeichnungen von Uluru geschwärmt. Das Spiel macht Stimmung. Das Material ist hervorragend und sogar die schönen Glassteine sammelt man gerne bei Fehlern. Da Uluru sehr variabel gespielt werden kann, ist es für Anfänger wie für Vielspieler geeignet. Es ist schnell erlernt, die Spieldauer ist angenehm kurz. Denn einer Partie Uluru folgt schnell eine zweite, eine dritte, eine vierte…

Uluru | Autor: Lauge Luchau | Verlag: Kosmos
Knobelspiel für 1-5 Personen | Spieldauer: 30 Minuten | Benötigt: Kombinatorik in Höchstgeschwindigkeit | Wiederspielreiz: sehr gross

> Interview mit Harald Lieske

Besten Dank an Kosmos für das Rezensionsexemplar von Uluru!

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