Heckmeck Junior – Spielkritik

Nachdem Reiner Knizia mit Heckmeck am Bratwurmeck einen Würfelspielklassiker erfunden hat, sollen auch die Kleinen nun nicht mehr zu kurz kommen – Heckmeck Junior. Den Rechenkünsten des Zielpublikums angepasst, sind die Bratwurmportionen kleiner gehalten. Und die Würfelaugen machen Hamburgerzutaten Platz. Schliesslich soll man einen tollen Häc Mäc kochen.


Aber der Reihe nach: Am Spielsystem von Heckmeck am Bratwurmeck hat sich wenig geändert. Gespielt wird mit 6 Würfeln. Die Bratwurmportionen in der Tischmitte besitzen Werte von 4 bis 9 und werden doppelt geführt. Auf den Würfeln findet man natürlich die Würmer. Ohne Wurm geht nichts! Dazu gibt’s aber Gurken, Käse, Ketchup und Brötchen. Für sämtliche Zutaten bekommt man einen Punkt, das Brötchen bringt zwei Punkte, weil es oben und unten beim Häc Mäc benötigt wird – logisch.

Wer an der Reihe ist, würfelt so oft er mag. Aber man muss immer eine neue Zutat zur Seite legen. Aufhören darf man immer, es muss jedoch zwingend mindestens ein Wurm in der Ausbeute sein. So ganz ohne Fleisch fehlt schliesslich einfach die Würze. Im besten Fall werden die Punkte addiert und man darf sich einen Stein aus der Tischmitte nehmen. Die werden vor sich gestapelt, wenn es im Laufe des Spieles immer mehr werden. Würfelt man eine Zahl, die nicht mehr in der Mitte liegt, darf man eine niedrigere Zahl rausnehmen.

Übernimmt man sich aber, wenn man keine neue Zutat mehr erwürfelt, so geht man leer aus und muss erst noch in der Tischmitte die höchste Bratwurmportion umdrehen. Die ist dann für das ganze Spiel weg.

Soweit, so friedlich. Aber man darf bei gutem Wurf auch die obersten Bratwürmer auf den Stapeln seiner Mitspieler stibitzen. Das sorgt nicht immer für Freude, macht aber Spass.
Ist der Grill in der Tischmitte leer, zählt man seine errungenen Bratwürmer und bestimmt den Sieger.

Fazit:
Heckmeck Junior weicht nur unwesentlich vom Original ab. Aber es ist kindgerecht umgesetzt worden. Gut, es müssten nicht unbedingt Hamburger sein, die da zusammengestellt werden, aber mit verschiedenen Früchten ist der Wurmeffekt eben auch nicht mehr derselbe. Heckmeck Junior ist schnell erlernt, dauert nicht lange und wird von Kindern gerne gespielt. Was will man mehr! Wer also eine Einstiegsvariante für die Kleinen sucht, soll zugreifen.

Heckmeck Junior | Autor: Reiner Knizia | Verlag: Zoch-Verlag
Würfelspiel für 2 – 5 Kinder | Spieldauer: 20 Minuten | Benötigt: Würfelglück am Bratwurmstand | Wiederspielreiz: gross

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Qwirkle – Spielkritik

Qwirkle ist ein Kombinationsspiel, das sich um Farben und Formen dreht. Eine ungeheure Kombinatorik wurde wohl auch schon bei der Namensfindung an den Tag gelegt. Anders lässt sich der ulkige Name des Spieles nicht erklären. Der Name ist aber schwieriger zu erlernen als das Spiel. Los geht’s!

In der grossen Qwirkle-Schachtel befinden sich 108 Spielsteine aus Holz. Sie sind mit 6 verschiedenen Formen in 6 verschiedenen Farben bemalt. Jeder Stein existiert genau drei Mal. Alle Steine werden im grossen Spielbeutel gemischt. Von dort werden laufend Steine nachgezogen.

Bei Spielbeginn ziehen alle Spieler 6 Steine. Nun sollen auf dem Spieltisch Reihen gebildet werden. Möglich sind Reihen mit der gleichen Farbe – jedoch unterschiedlichen Formen. Oder aber Reihen mit der gleichen Form – jedoch unterschiedlichen Farben. Dabei darf kein Spielstein doppelt vorkommen. So kann eine Reihe maximal 6 Steine vorweisen – das wäre dann ein Qwirkle.

Wer an der Reihe ist, hat 2 Aktionsmöglichkeiten. Entweder einen oder mehrere Steine an bereits liegende Spielsteine anlegen oder aber Steine eintauschen. Kann man nicht anlegen, so ist man zum Tausch gezwungen.
Gespielt wird nach Punkten. Jeder angelegte Stein bringt einen Punkt. Passt ein Stein gleich zu mehreren Reihen, so wird addiert. Wird eine Reihe komplettiert – hier ist er wieder, der Qwirkle – kriegt man sogar noch 6 Zusatzpunkte. Angelegte Steine darf man aus dem Beutel sofort wieder nachziehen.


Das Spiel dauert so lange bis ein Spieler den letzten Stein gelegt hat. Das bringt ihm zusätzliche 6 Bonuspunkte ein. Es gewinnt nun, wer am meisten Punkte eingefahren hat.

Fazit:
Qwirkle ist eines der Spiele, das mich nicht auf den ersten Blick anspricht. Die wunderschönen Holzsteine haben mich dann aber schnell umgestimmt. Das Spiel überzeugt durch seine Einfachheit, hat aber echte kombinatorische Spieltiefe. Das verlängert das Spiel, wenn Grübler am Tisch sitzen. Der Glücksfaktor beim Ziehen der Steine relativiert sich schnell wieder, weil man nie weiss, welche Kombination auf dem Spieltisch gefragt ist. Durch geschicktes Legen der Steine können Mitspieler auch gebremst werden. Es sind immer viele Möglichkeiten offen. Kurz: Qwirkle hat mich sehr positiv überrascht. Das Spiel eignet sich übrigens auch sehr gut für zwei Personen.

Qwirkle | Autorin: Susan McKinley Ross | Verlag: Schmidt
Legespiel für 2-4 Spieler | Spieldauer: ca. 40 Minuten | Benötigt: Den einzigartigen, quadratischen Kombinationsdurchblick | Wiederspielreiz: gross

Besten Dank an Carletto und Schmidt für ein Rezensionsexemplar von Qwirkle !

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Spiel des Jahres: 3. Hauptpreis

2011 ist gerade erst angelaufen und schon meldet sich der Verein „Spiel des Jahres“ zu Wort. Ab 2011 werden neu 3 Hauptpreise verliehen.
Seit 1979 wird jährlich der Titel „Spiel des Jahres“ verliehen. Er zeichnet jeweils ein besonders gutes Spiel für „alle“ aus. 2001 folgte der Titel „Kinderspiel des Jahres“. Damit erhalten auch die kleinen Spieler jährlich eine Empfehlung für ein tolles Spiel.

Ab 2011 kommt nun ein dritter Hauptpreis dazu. Er richtet sich an Spieler, die grössere Erfahrungen mit Brettspielen haben und die besondere Herausforderung suchen. Was in den letzten Jahren mit diversen Sonderpreisen ausgeglichen wurde, soll nun also zur Norm werden. Schliesslich hat sich der Brettspielmarkt auch stetig weiter entwickelt

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Harald Lieske – Illustrator

Harald Lieske ist ziemlich vielseitig: Er macht Musik und erfindet selber Spiele, aber hauptsächlich illustriert er Brettspiele. So hat er bereits Spielen wie Dominion Blütezeit (Cover und Kartenmotive), Die Speicherstadt (Inhalt) oder Notre Dame seinen eigenen Stil verliehen. Und auch bei den Burgen von Burgund ist Harald Lieske beteiligt. Also ein guter Grund für brettspielblog.ch, um nachzufragen.

Was macht den Reiz aus, Brettspiele zu illustrieren?
Harald Lieske (H.L.): Ich habe schon immer sowohl gerne gezeichnet als auch gespielt – somit ist die Illustration von Spielen die für mich perfekte Kombination. Ganz nebenbei lerne ich auch noch eine ganze Menge über verschiedenste Zeiten, Themen, Kulturen, … – meine Arbeit fängt ja schon mit der Recherche über das jeweilige Spielthema an. Und das Illustrieren selbst ist dadurch nie gleich – jedes Spiel hat ja seine ganz eigenen Anforderungen. Es wird also nie langweilig : )

Wie viel Einfluss übt der Spieleautor auf Ihre Arbeit aus?
H.L.: Eher wenig – in erster Linie besteht eine Zusammenarbeit zwischen dem Verlag und mir, wobei die Autoren meist zumindest die Entwicklung mitbekommen – was ich auch begrüße.

Gibt es Themen, die Sie besonders gerne zeichnen?
H.L.: Spannend ist jedes einzelne Projekt, da ja wie schon beschrieben jedes Spiel neue Anforderungen mit sich bringt. Ich freue mich aber über auch mal „ungewöhnlichere“ Themen wie z.B. Kuchen bei „…aber bitte mit Sahne!“, Höhlenzeichnungen („Lascaux“), oder auch „Justinian“ mit Anlehnung an die Mosaiken byzantinischer Zeit. Ein besonders Highlight war für mich „Uluru“, welches dieses Frühjahr erscheinen wird, mit Illustrationen die sich an den „Punkt-Malstil“ der Aborigines anlehnt. Jeder Punkt im Spiel wurde einzeln mit dem Pinsel gemalt!

Der Spielinhalt von Die Burgen von Burgund, die bald erscheinen, ist von Ihnen illustriert. Letztes Jahr waren Sie an 10 Spielen beteiligt. Was ist im Jahr 2011 von Harald Lieske noch zu erwarten?
H.L.: Da wird noch ein bisschen was kommen – verraten kann/darf ich aber noch weiter nichts. Ansonsten befindet sich auch ein weiteres Spiel von mir in Verlagsbearbeitung mit dem Ziel, es dieses Jahr zu veröffentlichen. Neben meinem Beruf als Illustrator bin ich auch als Bassist musikalisch aktiv – auch hier wird es dieses Jahr noch zwei Veröffentlichungen geben.

Harald Lieske, besten Dank für das Interview. In diesem Fall wünsche ich Ihnen für alle Ihre Projekte ganz viel Erfolg!

> Homepage von Harald Lieske

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Safranito – Spielkritik

Safranito – der Name schwebt in der Luft wie der Duft der Gewürze im Spiel. Grosse Kochkünste benötigt das Spiel nicht, dafür eine ruhige Hand und die richtige Gewürzstrategie. Denn Safranito überrascht!

Das Spielbrett ist gross. Darauf sind 9 Gewürzsorten in grossen Töpfen gezeichnet. Dazwischen finden sich 4 kleine Kreise – die Aktionsfelder. Bei Safranito startet man mit 6 Punktechips und 200 Rupien. Die Chips werden Pokerspieler erfreuen, sie sind schwer und liegen gut in der Hand. Das müssen sie auch, denn jede Runde Safranito beginnt mit dem Werfen der Chips. Zudem werden Gewürzkarten auf den Spielfeldrand gelegt. Nur diese Gewürze kann man in der Spielrunde kaufen. Neben dem Spielbrett liegen Karten mit fertigen Gerichten, die aus einer Kombination von 3 Gewürzen bestehen.

Des Schweizers Herz schlägt höher, denn Safranito hat was von Curling. Das können wir! Für alle anderen: Carrom, einfach ohne Löcher. Zuerst wirft man also seine Chips aufs Brett. Dabei darf man auch gegnerische Chips verschieben (wenn man es denn schafft). Zumindest sollten die Chips auf den Gewürz- oder Aktionsfeldern liegen bleiben. Denn nur dann sind sie noch im Spiel. Nach dem Wurfspass wird abgerechnet. Die Chips sind nämlich mit Zahlenwerten versehen. Da man sie aber umgedreht wirft, wissen die Mitspieler nicht, welcher Wert nun auf welchem Feld liegt. Die höchsten Werte dürfen jeweils zuerst wählen.

Nach dem Werfen folgt die Auswertung. Zuerst werden allfällige Aktionen durchgeführt: Einen Extra-Wurf, eine Gewürzkarte ziehen, eine Gerichte-Karte verdeckt vor sich ablegen oder man wird sofort Chefkoch. Der Chefkoch (Startspieler) ist nicht zu unterschätzen. Zwar wechselt er bei jeder Runde, bei Werte-Gleichstand darf er aber immer zuerst einkaufen. Oder er kann zuerst ein Gericht kochen.

Dann werden Gewürze gehandelt. Der Chefkoch bestimmt, welches Gewürz zuerst an der Reihe ist. Die Chips-Werte im jeweiligen Topf bestimmen den Verkaufspreis. Verkaufen dürfen alle Spieler. Wer aber verkauft, darf dasselbe Gewürz in dieser Runde nicht mehr einkaufen. So kann man zu Geld kommen.

Eingekauft werden kann ein Gewürz nur, wenn es auf dem Spielbrettrand aufliegt. Der Spieler, der den höchsten Wert in den Topf geworfen hat, darf das Gewürz zu diesem Preis kaufen. Will er das nicht, kann ein anderer zu seinem Chip-Wert einkaufen. Einkaufen kann nur, wer auch den Topf mit einem Chip getroffen hat.

Zum Schluss werde Gerichte gekocht – beginnend mit dem Chefkoch. Hat man alle drei Zutaten, darf man sich eine Gerichtekarte nehmen. Auch über Aktionen erworbene Gerichte darf man nun zubereiten.
Gewürzkarten und Gerichte werden wieder nachgefüllt – eine neue Runde beginnt mit neuen Würfen. Wer zuerst drei Gerichte zubereiten kann, gewinnt Safranito.

Fazit:
Safranito ist eine wirklich gelungene Mischung aus Geschicklichkeit und Taktik. Es ist wunderschön gezeichnet, das Material ist spitze und es macht grossen Spass. Ein erfrischendes Spiel – mal etwas anderes und trotzdem lässt es einen grossen Spielraum offen. Viele Möglichkeiten führen zum Sieg. Und nur wer aufmerksam ist und auch seine Gegner beobachtet, kann Safranito beeinflussen. Ein guter Wurf ist wichtig, war aber bei den Testspielen nicht immer entscheidend. Mich würde es nicht wundern, Safranito plötzlich auf der einen oder anderen Nominierungsliste für Spiel-Preise zu finden.

Safranito | Autor: Marco Teubner | Verlag: Zoch-Verlag
Brettspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: ca. 30-45 Minuten | Benötigt: Fingerspitzengefühl im Gewürzhandel | Wiederspielreiz: sehr gross

Besten Dank an Carletto und Zoch für ein Rezensionsexemplar von Safranito!

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