Einen besonders reisserischen Titel muss man sich bei diesem Spiel nicht ausdenken, denn bei Reiss aus geht es brachial zur Sache. Aus einem kleinen Stück Papier stellen wir unsere Begriffe her. Neben dem künstlerischen Mehrwert kämpft man auch um Punkte.

Das Partyspiel kennt einen kompetitiven und einen kooperativen Modus, wobei wir gegeneinander bedeutend mehr Spass mit dem Spiel hatten. Daher widmen wir uns auch zuerst dieser Variante. Alle erhalten ein kleines Blatt Papier und eine etwas dickere Leinwand für die Präsentation der Kunstwerke. Dazu nimmt man die Ratekarten seiner Farbe zu sich. Für alle gut erreichbar legt man einige Zeitsteine auf den Tisch. Mit dem Ziehen einer ersten Begriffskarte für alle geht es auch schon los.
Und so wird gespielt:
Erst mischt man die Zahlenkarten und teilt verdeckt allen Personen eine aus. Damit erhält man geheim einen Begriff zugewiesen für die nächste Runde, den man gleich gestalterisch umsetzen muss. Das kleine Stück Papier muss über drei Runden genügen, also immer schön sparsam sein. Der Begriff ist bekannt, also starten alle gemeinsam.

Erlaubt ist, was mit den Händen möglich ist: reissen, drehen, zerknüllen, kugeln, etc. Weitere Werkzeuge dürfen nicht verwendet werden, Buchstaben und Zahlen sind nicht erlaubt. So gestaltet man seinen Begriff und legt ihn auf die eigene Leinwand. Es dürfen auch mehrere Stücke sein, die man passend auslegt. Wer fertig ist, schnappt sich den Zeitstein mit dem höchsten Wert aus der Tischmitte. Nimmt jemand den letzten Zeitstein, zählt man noch einen letzten Countdown von 5 Sekunden. Danach ist Pause.
Alle betrachten nun die Kunstwerke der Mitspielenden und versuchen, die Begriffe zu erraten. Mit den Ratekarten platzieren alle verdeckt die vermutete Zahl neben den einzelnen Bildern. Danach geht es an die Wertung. Die Rater erhalten für jeden richtig erratenen Begriff einen Punkt. Als Reisser bekommt man ebenfalls einen Punkt, wenn jemand das Bild richtig erkannt hat. Haben sogar alle Personen den Begriff richtig erraten, erhält man einen Bonus im Wert des Zeitsteins, sofern man sich in der vorherigen Phase einen holen konnte.

Die benutzten Papierstücke legt man in den Schachteldeckel. Man darf sie in den kommenden Runden verwenden und spart dadurch eventuell etwas Zeit. Wer über vier Runden die meisten Punkte sammelt, gewinnt.
Im kooperativen Modus müssen alle mehrere Bilder in einer vorgegebenen Zeit gestalten. Danach wird geraten. Je besser die Gruppe abschneidet, desto höher steigt sie im vorgegebenen Ranking.
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Fazit zu Reiss aus
Kleine gestalterische Fähigkeiten sind bei Reiss aus sicher von Vorteil. Da man aber auch meist sehr schnell ans Werk geht, weil der Zeitbonus lockt, steht die Aufgabe natürlich oft im Widerspruch mit der Lösung am Ende. Und ganz oft sind die genannten Begriffe auf den Begriffskarten sehr ähnlich. Das führt spätestens beim Raten zu sehr lustigen Situationen. Autor Ralf zur Linde ist wieder einmal ein ziemlich verrücktes Ratespiel gelungen, das grossen Spass macht. Nur mit einem kleinen Blatt Papier liegen plötzlich kleine Kunstwerke auf dem Tisch, das ist erstaunlich.
Nur mit dem Gestalten ist es aber nicht getan. Beim Raten holen sich beide Seiten zusätzliche Punkte. Es lohnt sich also, auch dort genau hinzuschauen. Ein kleines Spiel mit einfachen Regeln, hinter dem eigentlich eine ganz simple Idee steht. Aber darauf muss man erst einmal kommen. Bei diesem Ratespiel sind alle gut beschäftigt und erleben Spiel, Spass und Spannung.
Fakten zu Reiss aus
Autor: Ralf zur Linde
Illustrationen: Svetlana Kalyuzhnaya
Verlag: Denkriesen
Spielerzahl: 2 – 6 Personen
Spieldauer: 20 Minuten
Altersangabe: ab 7 Jahren
Benötigt: Fingerspitzengefühl
Wiederspielreiz: sehr gross
Geeignet für 2 Spieler: gut
Beste Spielerzahl: ab 3 Personen
Richtet sich an: Familie




