Die verbotene Insel – Spielkritik

Die verbotene Insel ist ein Spiel, das alle gewinnen oder verlieren. Ein Team – ein Abenteuer – ein Ziel. Von einer untergehenden Insel müssen 4 Artefakte gerettet werden, bevor sie für immer verloren sind. Auf geht’s!

6 Abenteurer mit unterschiedlichen Fähigkeiten stehen den Mitspielern zur Auswahl. Jedem Spieler wird eine Figur zugelost, die er während des Spieles bewegt. Das Spielfeld besteht aus 24 Inselfeldern. Sie sind beidseitig bedruckt, auf der Rückseite stehen die Felder aber bereits unter Wasser. 2 Kartenstapel liegen neben dem Spielfeld – die Flutkarten und die Artefaktkarten. Absprachen während des Spieles sind erlaubt, Einzelgänger können das Spiel nicht gewinnen.

In einem Spielzug kann der Spieler zuerst drei Aktionen durchführen. Dazu hat er folgende Möglichkeiten: Er kann seine Spielfigur ein Feld bewegen, ein benachbartes Inselfeld trockenlegen, eine Artefaktkarte einem Mitspieler weitergeben oder gar ein Artefakt finden.

Die Artefakte stellen die 4 Elemente dar: Erde, Feuer, Wasser und Luft. Um ein solches Artefakt zu finden muss man auf dem richtigen Feld stehen und 4 Karten des entsprechenden Artefaktes besitzen. Zwei Artefaktkarten muss man immer nach seinen Aktionen ziehen, jedoch nie mehr als 5 bei sich haben.

Unter den Artefaktkarten befinden sich auch 3 Karten, die die Flut steigen lassen. Der Wasserpegel rückt dann eine Stufe höher. Kommt er zuoberst an, ist das Spiel verloren. Der Wasserpegel zeigt auch an, wie viele Flutkarten am Schluss des Spielzuges gezogen werden müssen. Flutkarten überschwemmen einzelne Inselkarten zuerst, im Wiederholungsfall versinkt ein Inselteil ganz im Meer. Wichtige Inselteile sollten also im Laufe des Spiel immer wieder trockengelegt werden, sonst ist die Partie schnell beendet.

Haben die Spieler alle 4 Artefakte gefunden, müssen sie noch über den Landeplatz mit dem Helikopter die Insel verlassen. Die Mission ist erfüllt.

Die verbotene Insel bietet viele Möglichkeiten. Der Schwierigkeitsgrad kann durch den Inselaufbau gesteigert werden. Spezialkarten bringen Extra-Aktionen. Und die Charaktere der Spielfiguren machen jede Partie wieder anders.

Fazit:
Die verbotene Insel ist ein Gemeinschaftsspiel, das nur mit guter Zusammenarbeit gewonnen werden kann. So bewegt man sich abenteurlich auf der Insel, die langsam untergeht. Und man entscheidet, welche Inselteile wichtig sind und welche man auch aufgeben kann. Mit verschiedenen Änderungen kann man das Spiel schwieriger machen. So eignet es sich für Familien, bietet aber auch Vielspielern die nötige Herausforderung. Wer sich noch nie an einem Gemeinschaftsspiel versucht hat, findet bei der verbotenen Insel einen schnellen Zugang. Das Spielmaterial ist toll und jede Partie spielt sich anders mit der Neuauslegung der Insel und den sich ändernden Eigenschaften der Abenteurer.

Die verbotene Insel | Autor: Matt Leacock | Verlag: Schmidt
Abenteuerliches Gemeinschaftsspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: ca. 30 Minuten | Benötigt: Strategische Absprache unter den Abenteurern | Wiederspielreiz: gross

Besten Dank an Carletto und Schmidt für ein Rezensionsexemplar von Die verbotene Insel!

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Tom Felber – Jurymitglied Spiel des Jahres

Tom Felber ist Jurymitglied beim Spiel des Jahres. Genau genommen ist er DAS Schweizer Jurymitglied dort. Er kann mitbestimmen, welche Spiele im Rennen um den begehrten Titel ein Wörtchen mitreden dürfen. Seit diesem Jahr ist Tom Felber sogar Vorsitzender der Jury „Spiel des Jahres“. Also ein guter Grund für brettspielblog.ch, um nachzufragen.

Wie schafft es ein Schweizer in die auserlesene Jury zum „Spiel des Jahres“?
Tom Felber (T.F.): Die Jury „Spiel des Jahres“ ist eine deutschsprachige Kritikerjury. Als Mitglieder kommen journalistisch tätige Leute in Frage, die regelmässig in Medien (Zeitungen, Internet, Radio, Fernsehen) über Spiele publizieren und damit auch ständig ihre Kompetenz belegen. Das zweite wichtige Kriterium ist Unabhängigkeit von der Spielebranche. Mitglieder dürfen weder publizistisch für Verlage arbeiten (PR, Regelschreiber), noch selber Spiele erfinden oder herausgeben, noch Verlage beraten, welche Spiele sie als nächstes herausbringen sollen. Es gibt im deutschsprachigen Raum gar nicht allzu viele Leute, welche diese Kriterien erfüllen. Nachdem ich seit 1985 erste Spielkritiken im damaligen „Aargauer Kurier“ veröffentlichte und seit 1997 eine eigene Kolumne in der NZZ habe, wurde ich 2000 in die Jury berufen.

Wie gross ist der Arbeitsaufwand als Jurymitglied beim „Spiel des Jahres“?
T.F.: Der Arbeitsaufwand ist riesig. Im Prinzip muss man den ganzen Jahrgang an Spieleneuheiten kennen und durchspielen. Das sind mittlerweile über 600 Spiele pro Jahr. In der Phase zwischen Nürnberger Spielwarenmesse im Februar, wo viele Spielneuheiten vorgestellt werden, und unserer Klausurtagung im Mai spiele ich durchschnittlich fünf Mal die Woche an Abenden oder Wochenenden. Ohne Leidenschaft geht das gar nicht. Da wir als Verein organisiert sind, sind die einzelnen Mitglieder auch noch unterschiedlich stark in Vereinsämter eingebunden. Als derzeitiger Vorsitzender kommt noch einiges an Administrativ- und Projektarbeit hinzu, da die Jury im Moment organisatorisch ziemlich im Umbruch ist und viele Projekte (Dritter Hauptpreis, Aktion „Spielend gesund werden“, Broschüren, Messeauftritte) organisiert sein wollen. Die Hauptarbeit dazu leistet aber zum Glück eine professionelle Geschäftsstelle.

Wie wird aus der grossen Spielmasse eine Auswahl zum „Spiel des Jahres“ getroffen? Wie läuft so ein Verfahren ab?
T.F.: Das Wahlverfahren ist auf unserer Homepage www.spiel-des-jahres.com nachzulesen. Wichtig ist, dass es keine Ausschreibung gibt, sondern im Prinzip alle Neuerscheinungen automatisch im Verfahren sind, sofern die Jury von ihnen Kenntnis hat. Wir wollen keine Beschränkungen. Während des Verfahrens werden von den einzelnen Mitgliedern immer wieder Listen mit ihren Spiele-Favoriten erstellt. Diese Listen mit Rangierungen gelten dann als Diskussionsgrundlagen für die mehrtägige Klausurtagung. Hier unser Text von der Homepage:
Wahlverfahren
Die Jury bezieht in ihre Wahl alle Neuerscheinungen im Bereich der Familien- und Erwachsenenspiele aus der Produktion des laufenden und vorangegangenen Kalenderjahres ein. Eine eigene Ausschreibung findet nicht statt. Der Wahlvorgang umfasst zunächst zwei Durchläufe: einen Informationslauf sowie einen ersten Wertungslauf.
Nach den beiden Läufen wird im Anschluss in einer Klausurtagung eine Empfehlungsliste erstellt. Während dieser Klausurtagung werden auch die bis zu fünf Nominierten für den Hauptpreis gewählt. Die Wahl des Hauptpreises findet am Vorabend der Bekanntgabe der Preisträger statt.
Der Hauptpreis „Kinderspiel des Jahres“ wird in einem gesonderten Wahlverfahren gewählt.

Welche Attribute muss für Sie ein „Spiel des Jahres“ mitbringen?
T.F.: Auch dazu verweise ich auch auf unsere Homepage:
Beurteilungskriterien für den Hauptpreis und die Sonderpreise sind:
1. Spielidee (Originalität, Spielbarkeit, Spielwert)
2. Regelgestaltung (Aufbau, Übersichtlichkeit, Verständlichkeit)
3. Layout (Karton, Spielplan, Regel)
4. Design (Funktionalität, Verarbeitung)

Welche Art von Spielen spielt Tom Felber persönlich gerne?
T.F.: Ich habe keine Lieblingsspiele. Denn Spielen ist eine extrem situations- und personenabhängige Angelegenheit. Es kommt wirklich darauf an, mit wem ich spielen will und in was für einer Atmosphäre wir uns befinden. Es gibt Spiele, die in einer bestimmten Gruppe der absolute Renner sind, während andere Gruppen überhaupt nichts damit anfangen können. Ich habe höchstens so etwas wie eine Top-Twenty-Liste, die sich aber auch ständig wieder ändert. Die Palette reicht dabei von einfachen Karten- und Bluffspielen wie „Sechs nimmt!“ oder „Kakerlakenpoker“ über Party- oder Grossgruppenspiele wie „Times up“ oder „Die Werwölfe vom Düsterwald“, von uns ausgezeichnete Familienspiele wie „Carcassonne“ oder „Zug um Zug“, raffinierte Zwei-Personen-Spiele wie „Kamisado“ oder „Gipf“ bis zu Freak-Spielen wie „Dungeon Lords“ oder „Le Havre“. Ein Spiel ist immer hauptsächlich nur ein Medium, um damit eine Gruppe von Leuten an einen Tisch zu bringen und zusammen eine möglichst gute Zeit zu erleben. Nicht mehr und nicht weniger. Ich war von 2008 bis 2010 auf einer zweijährigen Weltreise und habe mit Hunderten Leuten verschiedenster Nationalitäten und Kulturkreise gespielt. Ein Spiel war dabei besonders wertvoll, um mit fremden Leuten in Kontakt zu kommen. Das Kartenspiel „Pingu Party“ von Reiner Knizia aus dem Amigo-Verlag. Die Regeln sind derart logisch und das Spiel derart spassig, dass man es auch im Nu Leuten beibringen kann, deren Sprache man überhaupt nicht spricht. Wichtig ist für mich auch die Abwechslung und immer wieder neue Spiele kennen zu lernen. Menschen, die sektenartig und redundant nur immer Jassen, „Dog“, „Tichu“ oder andere Lieblingsspiele spielen wollen, sind mir höchst suspekt.

Tom Felber, besten Dank für das Interview. Ich wünsche Ihnen ganz viel Zeit für alle Spiele und viel Fingerspitzengefühl bei der jährlichen Auswahl zum „Spiel des Jahres“.

> Homepage Spiel des Jahres

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Spiel des Monats – Safranito

Jeden Monat findet auf www.brettspielblog.ch ein Preisvergleich eines ausgewählten Spieles statt. Wo bekomme ich das Spiel am günstigsten? Aufgeführt werden ausschliesslich Schweizer Anbieter. Zum kleinen internationalen Vergleich ziehe ich jeweils Amazon.de bei.


Im Februar 2011 vergleiche ich die Preise von Safranito vom Zoch-Verlag. Autor ist Marco Teubner.

Über das Spiel:
Am Gewürzstand müssen die Spieler möglichst schnell die passenden Gewürze für drei Gerichte sammeln. Safranito ist eine Mischung aus Geschicklichkeits- und Handelsspiel für die ganze Familie.

Preisvergleich Safranito - 25. Februar 2011

AnbieterLadenpreisPreis inkl. Versandkosten
Bol.ch38.90 Fr.38.90 Fr.
Books.ch72.00 Fr.72.00 Fr.
Ex Libris/exlibris.ch69.90 Fr.69.90 Fr.
Storyworld.ch35.65 Fr.35.65 Fr.
Spielbude.ch62.50 Fr.67.00 Fr.
Spielzone.ch72.70 Fr.80.20 Fr.
Thalia.ch48.40 Fr.51.90 Fr.
Weltbild.ch46.90 Fr.54.85 Fr.
Amazon.de----------26.80 Fr.
Preisvergleich des Brettspiels Safranito. Grün markiert: Der günstigste Preis mit und ohne Versandkosten.

Bei Safranito sind einmal mehr grosse Preisdifferenzen erkennbar. Storyworld.ch macht dabei das günstigste Angebot. Wer nicht über den Onlinehandel kaufen will, dem ist Weltbild empfohlen. Dort kann man sich das Spiel für 10.- Fr. mehr selber abholen.
Unerklärlich sind Preise von 70 – 80 Fr. Wer so viel Geld für Safranito ausgibt, ist selber schuld. Für dieses Geld kann man sich das Spiel doppelt kaufen und jemandem eine Freude machen.
Bei Amazon bekommt man Safranito noch ein wenig günstiger (Umrechnungskurs 25.02.2011), wenn man den Kauf über der Grenze nicht scheut.

Safranito ist ein hochwertiges Spiel mit ausgezeichnetem Spielmaterial. Ein Vergleich lohnt sich also!

> Spiel des Monats Januar 2011: Dominion

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Obstgarten – Das Kartenspiel – Spielkritik

Alle gegen den Raben. Obstgarten – das Kartenspiel ist ein kooperatives Spiel für die Kleinen. Im Wettlauf um die Obsternte gewinnen alle oder der Rabe.


Der Rabe erhält in diesem Kartenspiel eine eigene Strasse, die er langsam zu den Obstbäumen marschiert. 9 Wegstücke muss er zu seinem Ziel zurücklegen. Er darf immer ein Stück weiter gehen, wenn auch der Rabe auf dem Würfel erscheint.

Für die Spieler liegen 4 verschiedene Kartenstapel mit Obst bereit: Kirschen, Birnen, Äpfel und Zwetschgen. Sie müssen alle Früchte ernten, bevor der Rabe die Obstbäume erreicht.
Ein Farbenwürfel entscheidet, was geerntet werden darf. Bei der entsprechenden Farbe darf man eine Obstkarte zu sich ins Körbchen legen. Würfelt man ein Körbchen, so darf man sogar 2 Früchte seiner Wahl ziehen.
Bei grossem Würfelpech verhilft man dem Raben einen Schritt weiter.

Fazit:
Obstgarten – das Kartenspiel ist eine einfache, schnelle Spielidee, die gut für die Kleinen umgesetzt wurde. Das Material ist super, der Rabe aus Holz, die Zeichnungen kindgerecht. Das Spiel ist bereits für Kinder ab 3 Jahren und findet bei Kindern Anklang. Da ein Spiel nie lange dauert, kann es überall eingesetzt werden. Die kleine Spieleschachtel findet überall Platz.

Obstgarten – das Kartenspiel | Autorin: Anneliese Farkaschovsky | Verlag: HABA
Kartenspiel für 1-6 Kinder | Spieldauer: 10 Minuten | Benötigt: Würfelglück mit Obstkenntnis | Wiederspielreiz: gross

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Arlecchino – Spielkritik

Bernard Tavitian ist der Autor von Arlecchino. Das ist der Erfinder von Blokus (> Kritik Blokus Duo). Bei seinem neuen Spiel bleiben zumindest das Spielbrett und das Thema Formen erhalten. Die Spielsteine sind aber diesmal alle quadratisch. Darauf findet man farbige Dreiecke.

Zu Beginn werden alle Spielsteine zufällig auf dem Spielbrett verteilt. Ein neutraler Stein wird entfernt, es bleibt ein Lücke. Auf den Spielsteinen sind jeweils 4 Dreiecke aufgemalt in den Farben gelb, grün, blau oder rot. Die Kombinationen sind dabei unterschiedlich. So kann eine Farbe gar nicht vorkommen oder sogar gleich vierfach.
Jeder Mitspieler darf waagrecht und senkrecht mit Steinen ziehen, auf denen seine Farbe vertreten ist. Der Spielstein darf so oft gezogen werden, wie auch die Farbe darauf zu sehen ist. Bei seinem Zug muss er aber zwingend einen anderen Spielstein überspringen. Übersprungene Steine scheiden aus und so reduziert sich das Geschehen auf dem Spielbrett langsam auf das Wesentliche.

Solange man ziehen kann, steht man unter Zugzwang. So kann man seine Gegner wunderbar in die Enge treiben und ab und zu ist man gezwungen, eigene Steine vom Brett zu nehmen.
Kann ein Spieler keinen anderen Stein überspringen, so muss er aussetzen. Ist gar kein Zug mehr möglich, da die Steine zu weit auseinander liegen, endet die Partie. Es gewinnt der Spieler, der noch am meisten Dreiecke seiner Farbe auf den Spielsteinen zählt.

Fazit:
Arlecchino ist ein schnell erlerntes Spiel von kurzer Dauer. Das Material ist sehr gut. Arlecchino ist eine Knobelaufgabe, die sich stetig verändert. Mit dem perfekten Stein versucht man möglichst viele gegnerische Dreiecke aus dem Weg zu räumen. Es bietet auch strategische Möglichkeiten, mit denen man seine Mitspieler so richtig schön ärgern kann. Beim Spiel zu Zweit wird Arlecchino etwas unübersichtlich, da man je 2 Farben führt. Das wird dann schwer planbar. Trotzdem gibt es gegen eine schnelle Runde Arlecchino nichts einzuwenden!

Arlecchino | Autor: Bernard Tavitian | Verlag: LUD Editions/Asmodée
Schiebespiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 15 Minuten | Benötigt: Den strategischen Blick für den perfekten Stein | Wiederspielreiz: ok  

Besten Dank an Swissgames und Asmodée für ein Rezensionsexemplar von Arlecchino!

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