Neue Spiele von alea

Der Spieleverlag alea veröffentlicht schon bald Die Burgen von Burgund, das neue Brettspiel von Stefan Feld, das an der Spiel 10 in Essen bereits vorgestellt wurde. Die Veröffentlichung stockt allerdings immer wieder. So wird nun als neuer Termin schon Februar 2011 genannt. Die Vorfreude auf das Spiel muss also noch ein wenig länger anhalten.

Eine weitere Frühlingsneuheit 2011 von alea heisst König Artus und die Tafelrunde. Wolfgang Kramer und Michael Kiesling sind die Autoren des Spiels. Dabei soll es sich um ein Lauf- und Setzspiel für 2-4 Spieler handeln. König Artus soll vor allem durch seinen ungewöhnlichen Spielmechanismus und das Spielmaterial überzeugen. Es soll ein eher einfaches Spiel sein.
Bei alea kann der Frühling also kommen…

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> Spielkritik zu Die Burgen von Burgund

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Ave Caesar – Spielkritik

Ein Wagenrennen im Alten Rom lockt bei Ave Caesar. Einmal den Kaiser grüssen und siegreich aus dem Rennen den ganze Ruhm einstreichen. Das ist beim Brettspiel Ave Caesar kein Problem. Ave Caesar ist ein Spiel, das es eigentlich schon lange gibt, ein Klassiker. Zuerst bei Ravensburger erschienen, brachte Pro Ludo 2006 eine Neuauflage auf den Markt.

Ave Caesar ist ein Rennspiel. Mit seinem Gespann absolviert man 3 Runden auf dem Kurs – inklusive Kaisergruss. Für den Gruss biegt man eigens in die Kaisergasse ab. Gefahren wird mit Zahlenkärtchen. Von denen gibt es 24 mit den Werten 1 bis 6. Der führende Spieler darf allerdings keine 6 fahren. Aus drei Handkarten darf man seinen nächsten Zug jeweils wählen.

Die Rennstrecke ist nicht an allen Stellen genügend breit. Und weil überholen nur gestattet ist, wenn man an seinen Mitspielern auch vorbeifahren kann, ist es möglich seine Gegenspieler zu sperren. Das ist allerdings schon die einzige taktische Möglichkeit, die sich im Spiel bietet. Ansonsten zieht man seine Handkarten, versucht den Kaiser glücklich zu machen und als Erster im Ziel zu sein. Bei den Handkarten ist immer ein gewisser Glücksfaktor im Spiel.

Das Spielbrett ist schön gestaltet, beidseitig bedruckt. Die Rundkurse bieten 4 Rennen an. Auf beiden Seiten kann nämlich auch noch im Gegenuhrzeigersinn gefahren werden. Etwas enttäuschend: Die Wagengespanne passen nicht in jedes Zugfeld. So stehen die Pferdewagen manchmal ziemlich schräg in der Landschaft.

Fazit:
Ave Caesar ist ein simples Rennspiel – schnell erklärt und sofort gestartet. Wer nicht viel erwartet, ist mit diesem Spiel gut bedient. Taktische Spieltiefe bietet es nicht. Dafür kann ein glückliches Händchen beim Kartenziehen entscheidend sein. So richtige Spannung entsteht bei diesem Brettspiel aber kaum. Und ich weiss nicht, ob der Kaiser mit so einem Wagenrennen zufrieden gewesen wäre?

Ave Caesar | Autor: Wolfgang Riedesser | Verlag: Pro Ludo
Rennspiel für 3-6 Spieler | Spieldauer: ca. 45 Minuten | Benötigt: Ein glückliches Kartenhändchen bei der Stau-Umfahrung | Wiederspielreiz: es geht so

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Grand Cru – Ulrich Blum

An der Spiel 10 in Essen wurde das Brettspiel Grand Cru vorgestellt. Der Titel lässt es erahnen – es geht um Wein. WER hat es erfunden? Richtig, der Ulrich Blum aus der Schweiz. Also ein guter Grund für brettspielblog.ch, um nachzufragen.

Wie entstand Grand Cru, insbesondere auch die Thematik des Spieles. Und wie lange dauerte es von der Idee bis zur Veröffentichung von Grand Cru?
Ulrich Blum (U.B.): Die erste Idee zu dem, was heute Grand Cru ist, hatte ich vor etwa 6 Jahren. Ich hatte damals viel Zeit. Ein Auto hatte mich angefahren und ich war etwa ein Jahr lang zum nichts tun verdonnert. In dieser Zeit entstanden erste Ideen zu einem Spiel, einfach weil ich etwas tun musste. Zuerst war ein Mechanismus: Ich wollte, dass man Aktionen langfristig planen muss. Man legt Aktionskarten verdeckt an ein Ende einer Reihe und deckt dann die Karte am anderen Ende auf und führt sie aus. Als ich anhand dieses Mechanismus nach einem Thema suchte, kam ich schnell auf Wein. Zwar wurden dadurch die Aktionskarten zu Wein, der im Keller reift, aber so passte der Mechanismus hervorragend zum Thema und das Thema sprach mich sofort an. So baute ich Stück für Stück den Rest des Spiels um dieses Thema auf. Ich führte unzählige Tests durch und änderte immer wieder grössere und kleinere Teile des Spiels. So wuchs Grand Cru langsam aber stetig.

Wie kam es dann zur Zusammenarbeit mit dem Verleger eggertspiele?
U.B.: Auf dem Spieleautorentreffen in Göttingen 2009 präsentierte ich Grand Cru zusammen mit meinem inzwischen ebenfalls veröffentlichten Spiel „Antigua“. Dort sprach ich unter anderen auch Peter Eggert von eggertspiele an. Ihm gefiel was er sah und bat mich ihm einen Prototypen zu schicken. Dass ich in Göttingen kurz nach unserem Gespräch auch noch das Förderstipendium des Vereins Spiel des Jahres gewann, machte den Tag noch perfekter, als er ohnehin schon war. So ging es auch weiter. Schon wenige Monate später bot mir eggertspiele einen Vertrag an. Die darauf folgende Zusammenarbeit war äusserst fruchtbar und angenehm.

Welche Strategie empfiehlt denn der Autor von Grand Cru für das Spiel?
U.B.: Ich möchte natürlich nicht zu viel verraten, schliesslich ist für mich das Ausprobieren neuer Strategien eines der grössten Vergnügen beim Spielen. Ein paar allgemeine Tips kann man aber durchaus geben. Ganz wichtig ist, dass neben dem Geld, auch die Anzahl Aktionen ein wertvolles Gut ist. Sehr schnell kann ein Jahr vorbei sein, und ich muss schon wieder Zinsen zahlen. Zudem will das aufnehmen von Krediten gut überlegt sein. Da ich am Ende jeder Runde Kredite aufnehmen kann, bringt es nichts einfach mal einen Kredit aufzunehmen, ohne ihn wirklich zu brauchen. Das erhöht nur meine Zinsen. Lieber mal auf einen Kredit verzichten und ein Jahr lang keine Plättchen kaufen, wenn es zum Ernten und Zinsen zahlen reicht. Mit den Plättchen ist es natürlich auch so eine Sache, natürlich möchte man immer noch eines kaufen, zumal es dafür auch Punkte gibt. Aber, das Spielziel ist hauptsächlich seine Kredite so schnell wie möglich zurück zu bezahlen. Es geht also nicht darum möglichst viele Plättchen zu haben, sondern das was man hat, so zu bewirtschaften, dass man einen Gewinn erzielt. Wer immer noch mehr will, wird unweigerlich in die Schuldenfalle laufen. Grand Cru hat im Unterschied zu vielen anderen Wirtschaftsspielen keinen positiven Feedback-Mechanismus, der stetiges Wachstum belohnt. Vielmehr geht es darum den Punkt zu erkennen, an dem das eigene Weingut rentabel und effizient ist.

Schliesslich möchte ich noch darauf verweisen, dass es eigentlich immer auch eine Gegenstrategie gibt, die das Gegenteil des Besagten beweist. Es hängt sehr stark vom Verhalten der Mitspieler und meinem Reagieren darauf ab, ob sich meine Strategie durchsetzen kann. Wer stur vor sich hin werkelt, wird meist nicht weit kommen.

Und zum Schluss würde es mich natürlich interessieren, ob es in Zukunft weitere Spiele-Projekte von Ulrich Blum geben wird?
U.B.: Und wie! Aktuell liegen zwei Spiele bei Verlagen zur Prüfung. Diverse weitere Projekte sind bei mir in Arbeit. Genau wie bei Grand Cru bin ich aktuell daran, meine Fässer zu füllen und Projekte reifen zu lassen. Ich hoffe, dass dabei nach kürzerer oder längerer Lagerung immer mal wieder ein guter Tropfen meinen Keller verlässt. So schnell werde ich jedenfalls die Finger nicht mehr vom Spiele entwickeln lassen.

Ulrich Blum, besten Dank für das Interview und ich bin wirklich gespannt, was da noch Interessantes heran reift!

> Zur Spielkritik von Grand Cru

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MOW – Spielkritik

Die farbenfrohen und lustigen Kühe aus dem Kartenspiel MOW sind ein echtes Highlight. Die Tiere blicken unschuldig aus den Karten. Und sofern sie nicht von zu vielen Fliegen umgeben sind, kann man den Kühen auch gelassen entgegen treten.

2009 war MOW im Rennen um das Spiel des Jahres – MOW schaffte es auf die Nominierungsliste. MOW ist in einer kleinen Schachtel handlich verpackt, besteht aus 49 Karten und ist ein einfaches Familienspiel. Das Spiel ist schnell erlernt.

Die Kühe sind mit Zahlenwerten von 0 – 16 ausgestattet. Jeder Spieler bekommt 5 Handkarten, die immer nachgezogen werden. Der Startspieler beginnt auf dem Tisch eine Kuhherde mit einem beliebigen Wert. Die Mitspieler legen eine Karte an diese Kuh an, mit auf- oder absteigendem Wert. So zieht sich die Reihe der Kuhherde langsam dahin, bis ein Mitspieler nicht mehr legen kann. Dann sticht er die Karten und legt sie bei sich ab. Ein Spieler darf aber jederzeit schon vorher eine Reihe zu sich nehmen und dann selber eine neue Herde eröffnen.

Spezialkühe bieten zusätzliche, gute Spielzüge: Die Zirkuskuh kann einer vorhandenen Kuh auf den Rücken springen, der Nachzügler schiebt sich zwischen zwei Kühe und das Schlusslicht schliesst eine Reihe definitiv ab.
Jede Kuhkarte besitzt mehr oder weniger Fliegen. Und jede Fliege zählt… So verliert am Ende der Bauer mit den meisten Fliegen im Stall.

Fazit:
MOW ist ein sehr schönes, naiv gestaltetes Kartenspiel mit angenehm kurzer Spieldauer und schnell erlernt. Ein kurzes Absackerspiel oder ein schnelles Spiel für Zwischendurch. Aber MOW vermochte in unseren Spielrunden nicht zu überzeugen. Es plätschert so dahin. Mit guten Karten lässt sich alles bewerkstelligen, mit schlechten nichts. Spezialkühe bringen Abwechslung, aber sind auch nicht das Salz in der Spielsuppe. Da bietet das ähnliche Kartenspiel 6 nimmt! doch einiges mehr. Zumindest die tollen Kuhkarten könnten aber trotzdem zum Kauf animieren.

Zum Vergleich: 6 nimmt!

MOW | Autor: Bruno Cathala | Verlag: Hurrican
Kartenspiel für 2 – 5 Spieler | Spieldauer: ca. 20 Minuten | Benötigt: Bauer sucht Kuh, aber keine mit Fliegen | Wiederspielreiz: es geht so

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Automobile

Automobile ist kein total neues Spiel. Die erste Auflage 2009 war jedoch ziemlich schnell vergriffen. So kommt es nun zu einer Neuauflage bei einem neuen Verlag (Lookout Games). Doch irgendwie zeigt das Brettspiel Markthemmungen.

In Automobile werden die Spieler in die Anfangszeit der Automobilindustrie in den USA versetzt. Es muss ein florierender Handel aufgezogen werden.  Automobile ist ein richtiges Wirtschaftsspiel. Aber selber scheint es nicht viel von Wirtschaft zu halten. Bereits zur SPIEL 2010 im Oktober in Essen sollte Automobile erscheinen. Da aber bei der Produktion einiges schief lief, verzögerte sich der Erscheinungstermin immer wieder.

Sollte nun aber alles optimal laufen, so schafft es das Spiel gerade noch so unter den Weihnachtsbaum. Das wird nun von Lookout Games zumindest so angekündigt. Sozusagen ein anspruchsvolles Spiel für den Weihnachts-Schlussspurt. Sollte das auch wieder nicht klappen, hat Automobile wenigstens gute Chancen zum ersten Top-Spiel des Jahres 2011 gewählt zu werden.

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