Spiel des Monats – Helvetia

Jeden Monat findet auf www.brettspielblog.ch ein Preisvergleich eines ausgewählten Spiels statt. Wo bekomme ich das Spiel am günstigsten? Aufgeführt werden ausschliesslich Schweizer Anbieter. Zum kleinen internationalen Vergleich ziehe ich jeweils Amazon.de bei.

Im Februar 2012 vergleiche ich die Preise von Helvetia (Kosmos/Autor: Matthias Cramer). Helvetia ist ein Aufbauspiel, das ein kluges strategisches Vorgehen erfordert. Die Möglichkeiten sind dabei vielseitig.

Über das Spiel:
Das eigene Dorf in der Schweiz soll aufblühen. Das gelingt auch durch geschicktes Einheiraten in andere Familien. Mit Handel und Produktion verschiedener Güter können ebenso Punkte erzielt werden, wie mit geschickter Nachwuchsplanung. Ein spannendes Spiel bis zum Schluss!

Preisvergleich Helvetia - 29. Februar 2012

AnbieterLadenpreisPreis inkl. Versandkosten
Bol.ch48.90 Fr.48.90 Fr.
Books.ch54.00 Fr.54.00 Fr.
Buch.ch48.90 Fr.52.40 Fr.
Robinbook.ch50.40 Fr.50.40 Fr.
Spielbude.ch48.00 Fr.52.50 Fr.
Storyworld.ch38.75 Fr.38.75 Fr.
Thalia.ch48.90 Fr.48.90 Fr.
Wog.ch49.00 Fr.49.00 Fr.
Amazon.de------------26.20 Fr.
Preisvergleich für das Brettspiel Helvetia von Kosmos. Grün markiert: Das günstigste Angebot mit und ohne Versandkosten.

Storyworld.ch bietet in der Schweiz wieder einmal mit Abstand den besten Preis an. Die Konkurrenz ist durchwegs rund 10.- Fr. teurer. Zieht man auch noch Amazon zum Vergleich bei (Umrechnungskurs 27.02.2012), so kann auch Storyworld nicht mehr mithalten. Das Brettspiel wird aus Deutschland gleich noch einmal mehr als 10.- Fr. günstiger geliefert. Mit 26.20 Fr. ein sehr guter Preis für ein tolles Spiel. Ein Vergleich lohnt sich also!

> Spiel des Monats Januar 2012: Hawaii

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Dr. Shark – Spielkritik

Bei Dr. Shark taucht man ins Agentenleben ein. Die Beweise für die Verbrechen des skrupellosen Dr. Shark liegen im Haifischbecken verborgen. Aber nicht mehr lange. Denn an einer Cocktailparty tauchen die Agenten immer wieder ab, um die Schätze zu heben. Wer die wertvollsten Beweise sichern kann, wird zum besten Agenten gekürt.

Ja, die Cocktailparty bei Dr. Shark hat es echt in sich. Die Agenten streiten sich um die besten Indizien. Diese befinden sich auf dem Grunde des Pools, in dem sich leider auch Haifische tummeln. In spielerischer Wirklichkeit sind die Indizien in Form von Puzzleteilen in einem Beutel versteckt. Dabei haben die Puzzleteile verschiedene Formen und Rückseiten, damit sie im Spiel ertastet werden können. Denn so ein Job als Geheimagent – das weiss man seit Johnny English – benötigt Fingerspitzengefühl.

So entscheidet jeder Agent Runde für Runde nach welchen Kriterien er die Indizien aus dem Pool fischen will. Etwa 30 Sekunden bleiben jedem Spieler, um im Beutel nach passenden Puzzlestücken zu tasten. Die Aufgaben verändern sich immer wieder. Einmal sollen möglichst viele unterschiedliche Formen gesucht werden, ein anderes Mal sollen sie gleiche Rückseiten haben und ein drittes Mal möglichst unterschiedliche. In einer Variante darf man sich eine Handvoll Puzzleteile ziehen, sie anschliessend sortieren und darf eines in jeder Farbe behalten – wohlgemerkt: in 30 Sekunden. So wird selbst die einfachste Variante „Suche dir ein passendes Teil aus dem Beutel!“ unter Zeitdruck zu einer schwierigen Aufgabe.
Alle gefundenen Puzzleteile darf man behalten, sofern sie die aktuellen Bedingungen erfüllen. Fischt man ein falsches Teil, endet die Indiziensuche in dieser Runde vorzeitig. Und natürlich sind auch Haie im Puzzlebeutel. Denen sollte man logischerweise ausweichen. Auch hier endet die Indiziensuche, wenn man einen Hai erwischt.

Nach der Tauchaktion im Pool hat jeder Agent die Möglichkeit seine Puzzleteile zu einem ganzen Beweis zusammenzusetzen. Gelingt das, erhält man einen Punktechip. Mit niedrigen Punktechips kann man bei einem anderen Agenten gleich noch ein Puzzleteil stehlen oder eintauschen. Traue nie einem Agenten. Eine Partie Dr. Shark dauert eine gewisse Anzahl Runden, die von der Spielerzahl abhängt.

Wer die meisten Beweispunkte ertastet hat, gewinnt Dr. Shark.

Mit 4 oder 6 Spielern kann Dr. Shark auch in Agenten-Teams gespielt werden. Das bringt zusätzlich Spass in die Runde, denn nicht jeder Agent hat bei jeder Aufgabe gleich viel Fingerspitzengefühl. Es ist auf jeden Fall eine sehr schöne Variante.

Fazit:
Bei Dr. Shark muss man sich vor allem auf sein Fingerspitzengefühl verlassen können. Es ist ganz klar ein Spiel, das einen guten Tastsinn benötigt. Die gestellten Aufgaben sind witzig, machen Spass und benötigen auch etwas Glück zur Lösung. Natürlich kann man mit der Wahl der Aufgabe ein wenig strategisch eingreifen. Die Strategie ist allerdings nicht so tief wie das Haifischbecken Dr. Sharks. Als Gesamtwerk passt bei Dr. Shark aber alles zusammen. Ein Gefühl von James Bond und Austin Powers verbreitet sich sofort in jeder Spielrunde. Die Illustrationen und das Spielmaterial sind top. Alleine der Haifisch zur Zeitmessung ist sein Geld wert.
Wer also mal ein erfrischend anderes Brettspiel kennenlernen will und sich auf seinen Tastsinn verlassen kann, sollte sich Dr. Shark unbedingt ansehen.

Dr. Shark | Autoren: Antoine Bauza / Bruno Cathala | Verlag: Hurrican Games
Tastspiel für 2-6 Agenten | Spieldauer: ca. 45 Minuten | Benötigt: Fingerspitzengefühl gerührt, nicht geschüttelt | Wiederspielreiz: gross

Besten Dank an Swissgames und Hurrican Games für ein Rezensionsexemplar von Dr. Shark!

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Neues von Ravensburger 2012

Gleich mehrere Neuheiten hat Ravensburger für den Frühling bereit. Die Palette ist dabei ziemlich breit. Ob ein Spiel für Erwachsene, für Kinder oder gleich die ganze Familie – bei Ravensburger wird man es dieses Frühjahr finden.
Zudem hat der Verlag eine neue Spielreihe veröffentlicht: Einfach spielen! Da benötigt es keine weitere Erklärung – der Name ist Programm. In der Schweiz erscheinen die Spiele unter dem internationalen Titel.
Hier also ein Auszug aus dem Ravensburger-Frühling:

Indigo | Autor Reiner Knizia
Indigo ist ein Legespiel. Irgendwie erinnert es an Metro, nur thematisch bewegt man sich in edleren Kreisen. Es geht nämlich um Edelsteine. Durch geschicktes Legen der Wegeplättchen versucht man die Edelsteine in seine Richtung zu bewegen. Für 2-4 Spieler.

> Zur Spielkritik von Indigo

Connection / Kreuz & Quer | Autor: Reiner Knizia
Ein weiteres Legespiel, wieder von Reiner Knizia, aber jeder Spieler besitzt ein eigenes Spielfeld. Dort sollen die Plättchen möglichst optimal gelegt werden, so dass alle Zahlen am Rand mit der Mitte verbunden sind. Für 1-4 Spieler.

> Zur Spielkritik von Connections

Lucky Numbers / 5 vor 12 | Autor: Michael Schacht
Zahlenplättchen müssen aufsteigend auf den eigenen Spielplan gelegt werden. Wer hat seinen Plan zuerst gefüllt? Ein Legespiel für 2-4 Spieler.

> Zur Spielkritik von Lucky Numbers

Strike / Der grosse Wurf | Autor: Dieter Nüssle
Action in der Würfelarena. Die Spieler würfeln mit Würfel die Würfel um. Wer als Letzter noch Würfel übrig hat, gewinnt. Muss noch erwähnt werden, dass es sich um ein Würfelspiel handelt? Für 2-5 Spieler.

> Zur Spielkritik von Strike/Der grosse Wurf

Tino Topini / Mausgetrixt | Autorin: Karin Hetling
In diesem Kinderspiel knabbern Mäuse farbige Wurzeln an. Ziegen versuchen über der Erde die Pflanzen zu retten. Ein buntes Spiel – sowohl über, als auch unter der Erde. Für 2-4 Spieler.

> Zur Spielkritik von Tino Topini/Mausgetrixt

    

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Helvetia – Spielkritik

Bei Helvetia kann sich endlich einmal der ganze Heimvorteil voll entfalten. Denn Helvetia spielt man im Gegenuhrzeigersinn. Kein Problem, denn in der Schweiz spielen wir immer so, auch wenn der Rest der Welt immer falsch herum spielt. Das Brettspiel wurde im Interview mit Matthias Cramer schon einmal kurz vorgestellt. Und so funktioniert es tatsächlich:

Jeder Spieler erhält ein Dorf, das er in der Schweiz des 19. Jahrhunderts in den Wohlstand führen soll. Dieses Dorf baut man mit Hilfe verschiedener Gebäude immer weiter aus. Gewinn erzielen die Gebäude aber erst, wenn sie auch bewohnt sind. Dafür kann jeder Spieler weibliche oder männliche Dorfbewohner einsetzen – auch in fremden Dörfern.
Alle Spieler starten mit drei Gebäuden, die bereits bewohnt sind. Einen Dorfbewohner darf man sogar schon in ein Nachbardorf einheiraten und von Beginn an von Produkten des Nachbarn proftieren. Güter besitzt man bei Helvetia allerdings nie auf Vorrat. Wer ein Produkt verbraucht hat, legt seinen Bewohner im Produktionsgebäude schlafen. Arbeit ermüdet, auch in der Schweiz. Erst wenn er wieder geweckt wird, kann er neue Güter produzieren.

Neben den Bewohnern sind aber vor allem 5 Persönlichkeiten wichtig, deren Dienste man in jeder Spielrunde in Anspruch nehmen kann. Sie sind auf einem zentralen Spieltableau abgebildet. In seinem Spielzug legt man jeweils eine oder mehrere Münzen auf eine Person und nutzt deren Möglichkeiten.
Beim Baumeister kann man neue Gebäude für sein Dorf erwerben. Der Fuhrmann liefert Güter auf den Markt. Der Nachtwächter weckt in einem Viertel des eigenen Dorfes alle Bewohner. Beim Pfarrer kann man sich in ein fremdes Dorf einheiraten, als Mitgift winken zusätzliche Münzen. Und bei der Hebamme wird Nachwuchs gezeugt. Sie kommen als gekippte Spielfiguren ins Spiel, besuchen in der nächsten Runde die Schule und sind erst dann vollwertige Dorfbewohner. Eine sorgfältige Nachwuchsplanung ist also nötig.

So werden reihum Münzen gelegt. Sobald nur noch ein Spieler Münzen hat, endet die Runde sofort. Der übriggebliebene Spieler wird dafür in der nächsten Runde zum Startspieler. Wer die meisten Münzen bei einer Persönlichkeit legen konnte, erhält das entsprechende Personenplättchen. Das bringt in der nächsten Runde die Möglichkeit eines Zusatzzuges und sofort einen Siegpunkt.

Helvetia endet, wenn ein Spieler 20 Siegpunkte erreicht hat. Die Punkte werden aber nicht addiert, sondern nach jeder Runde neu gezählt. So kann es vorkommen, dass man plötzlich weniger Punkte hat als in der Runde davor.
Sichere Punkte erhält man für alle Güter, die man auf den Markt bringen kann. Dort gibt es Bonuspunkte, wenn man als Erster gewisse Güter liefert oder eine Kombination zuerst erfüllt. Einzelne Gebäude im Dorf bringen Punkte, dafür keine Güter.
Nun gibt es aber auch Siegpunkte, die den Besitzer nach jeder Runde wechseln: Das Startspielerplättchen oder jedes Personenplättchen.

So gibt es bei Helvetia einiges zu beachten und immer wieder zu optimieren. Dafür bestehen viele Möglichkeiten und es braucht einen guten Überblick über alle Dörfer, deren Güter und Bewohner, um das Spiel zu gewinnen.

Fazit:
Helvetia ist ein vielseitiges Strategiespiel. Was ganz behutsam startet, nimmt schnell Fahrt auf und endet plötzlich. Der Überblick über seine Güter ist genauso wichtig, wie eine gute Familienplanung. Denn nur bewohnte Gebäude bringen Ertrag. Oft muss man sich auf einzelne Produktionsketten beschränken. Wird der Nachtwächter überstürzt eingesetzt, weckt er auch gegnerische Bewohner auf. Es gibt wirklich viel zu beachten bei Helvetia. Das Spielthema überzeugt, Freude herrscht in der Schweiz.
Leider leidet das Spiel ein wenig unter den unübersichtlichen Dorfbewohnern. Da sie sowohl stehend, liegend und auch gekippt auf den Gebäudeplättchen sind, kann man oft nur schwer erkennen, welche Güter denn nun in den Gebäuden produziert werden. Spätestens wenn man in alle Dörfer eingeheiratet hat, ist die so wichtige Übersicht meist dahin. Das ist schade, denn Helvetia hat sonst in den Spielrunden einen guten Eindruck hinterlassen.

Helvetia | Autor: Matthias Cramer | Verlag: Kosmos
Strategiespiel für 2-4 Personen | Spieldauer: 60-90 Minuten | Benötigt: Dorfkenntnisse in Gütertrennung | Wiederspielreiz: gross

Besten Dank an Kosmos für ein Rezensionsexemplar von Helvetia!

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Neues von alea 2012

Der Spieleverlag alea hat zwei Frühjahrsneuheiten angekündigt. Nach dem eher anspruchsvollen Die Burgen von Burgund erscheinen nun zwei eher einfach Spiele auf dem Markt. Eines haben jedoch beide gemeinsam: Es wird gewürfelt. Hier die Kurzvorstellung der alea-Neuheiten:

Vegas | Autor: Rüdiger Dorn
Es erübrigt sich die Frage, worum es bei Vegas wohl geht: Casinos, Würfel, Geld. So einfach können Spiele sein. Mit 40 Würfeln wird um das grosse Geld gezockt. Eine Partie dauert etwa 30 Minuten. Vegas erscheint Ende März 2012.

Saint Malo | Autoren: Inka und Markus Brand
Frankreich hat es alea wohl schwer angetan. Nach dem Burgund geht es nun nach Saint Malo. Mit Würfeln wird versucht, eine möglichst perfekte Stadt aufzubauen. Laminierte Spielpläne können dabei immer wieder verwendet werden. Das Spiel dauert etwa 15 Minuten und soll Ende April 2012 erscheinen.

 

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