Kakerlakenpoker – Spielkritik

Es gibt Karten, die will man eigentlich gar nicht in der Hand halten. Die Tiere aus Kakerlakenpoker gehören allesamt dazu: Ratten, Fliegen, Stinkwanze, Spinne etc. Da das Ganze aber in einem Bluff endet, hält man sie dann doch.

Kakerlakenpoker ist einfach und schnell erklärt. Man gibt seine Handkarten verdeckt in die Runde ein und stellt eine Behauptung auf, um welches süsse Tierchen es sich denn handelt. Der Abnehmer der Karte glaubt die Geschichte oder eben nicht. Er kann aufdecken oder schiebt die Karte mit einer neuen Behauptung fein säuberlich zu einem weiteren Mitspieler weiter.

So werden immer neue Karten weiter gegeben oder aufgedeckt. Wer falsch tippt oder auf einen Bluff reinfällt, muss die Karte behalten. Bei der vierten Karte der gleichen Tierart ist das Spiel verloren.

Kakerlakenpoker spielt sich schnell und macht auch in einer grossen Runde Spass. Die Karten sind wunderbar schrecklich gezeichnet und passen ausgezeichnet zu den Tierarten.

Fazit: 
Kakerlakenpoker ist ein schnelles Kartenspiel mit dem grossen Blufffaktor. Ein unterhaltsames Spiel für zwischendurch. Wenn man es allerdings immer in der gleichen Spielrunde spielt, verliert es ein wenig seinen Reiz, da man seine Mitspieler einschätzen kann.

Kakerlakenpoker | Auto: Jacques Zeimet | Verlag: Drei Magier Spiele
Kartenspiel für 2 – 6 Personen | Spieldauer: ca. 20 Minuten | Benötigt: Den grossen Bluff und den Durchblick | Wiederspielreiz: immer mal wieder 

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TransAmerica – Spielkritik

TransAmerica ist ein Eisenbahnspiel aus dem Jahr 2002.  Damals stand es auch auf der Auswahlliste für das Spiel des Jahres. Mit Schienen sollen die eigenen Städte in Nordamerika miteinander verbunden werden. Wem dies am schnellsten gelingt, der gewinnt die Partie.

Ich kann vorweg nehmen, dass beim Spielen von TransAmerica der Pioniergeist der damaligen Zeit irgendwie zu kurz kommt. Das Spiel hat dafür andere Qualitäten. Dazu aber später mehr.

Das Spielprinzip ist einfach: Nach dem Ziehen seiner Städte versucht  man sie so schnell wie möglich mit Schienen zu verbinden. Zwei Geleise darf man pro Zug verlegen. Schwierige Streckenteile zählen doppelt. Es ist erlaubt, sich an das Netz eines Mitspielers anzuhängen. Das kann aber auch für den Gegner von Nutzen sein. Ist das Schienennetz komplett, hat man eine Runde gewonnen. Für jede noch fehlende Schiene fährt die Lok der Gegenspieler ein wenig näher zum Abgrund. Wenn die erste Lok den Abgrund vor Augen hat, gewinnt der Schienenbauer mit der noch höchsten Punktzahl.

TransAmerica ist schnell erlernt und ein Familienspiel. Die Spieldauer ist angenehm kurz und man ist schnell wieder an der Reihe. Viel Strategie und grosser Handlungsspielraum bleibt aber nicht. Der Glücksfaktor ist relativ hoch – das Ziehen seiner 5 Städte schon vorentscheidend.

Fazit:
TransAmerica spielt sich leicht und schnell. Wenn man keine hohen Erwartungen an ein Spiel stellt, ist es ok. Wer gerne mehr Spieltiefe in einem Legespiel sucht, soll beispielsweise zu Metro greifen. TransAmerica wird zu sehr vom Glück dominiert. Das reicht noch als „Spiel zum Schluss“, mehr aber nicht.

Link zu: Trans Europa

TransAmerica | Autor: Franz-Benno Delonge | Verlag: Winning Moves
Legespiel für 2 – 6 Personen | Spieldauer: ca. 30 Minuten | Benötigt: Ein glückliches Händchen beim Schienenbau | Wiederspielreiz: mittel

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Metro – Spielkritik

Metro ist ein Spiel, das bereits seit einigen Jahren auf dem Markt ist. Im Jahr 2000 war es nominiert für das Spiel des Jahres. Metro zeichnet sich aus durch seine kurzen, klaren Spielregeln. Schnell hat man sich eingelesen und kann bereits starten mit dem Spiel. Aufgabe: Für die Weltausstellung 1900 soll die Pariser Metro gebaut werden.

Zuerst fällt der schön gestaltete Spielplan auf mit seinen vielen farbigen Metro-Wagen aus Holz. Sie markieren für jeden Spieler die Startpositionen am Rand. Metro ist ein Legespiel und nun gilt es, mit den vielen Schienenkärtchen ein möglichst lange Metrostrecke zu bauen, denn das gibt Punkte. Und die sind spielentscheidend.

Der Reihe nach darf jeder ein Kärtchen legen. Entweder eines aus seiner Hand oder ein „blindes“ vom Stapel. Dabei hat man bei jedem Zug die Auswahl, ob man seine eigene Linie vorantreiben will oder der Strecke seiner Gegner schaden möchte. Gegen Schluss werden die Varianten weniger. Und wer nicht aufpasst, büsst dann gerne den erarbeiteten Vorsprung des Anfangs wieder ein.

Fazit:
Metro ist ein sehr kurzweiliges Spiel, dauert nicht zu lange und ist auch für die ganze Familie geeignet. Das schnell erlernte und einfache Spielsystem bietet trotzdem eine planerische Spieltiefe und macht auch langfristig immer wieder Spass. Und wer wie ich, im Ausverkauf zufällig an das Spiel ranläuft, sollte zugreifen.

Metro | Autor: Dirk Henn | Verlag: Queen Games
Brettspiel für 2 – 6 Personen | Spieldauer: ca. 40 Minuten | Benötigt: Planerisches Denken und den Schienenblick | Wiederspielreiz: gross

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Fresko Erweiterungen 4, 5 und 6

Fresko ist eines der erfolgreichsten Brettspiele 2010.  Nachdem es bereits für das Spiel des Jahres nominiert war, hat es im Verlaufe des Jahres den Deutschen Spielepreis 2010 erhalten. Mit 3 mitgelieferten Modulen bietet das Spiel schon einige Varianten und lässt es je nach Art der Mitspieler anpassen.

Nun legt Queen Games nach. Schon bald erscheint Fresko – Erweiterungsmodule 4, 5 und 6. Die neuen Module tragen die Namen „Der Wunschbrunnen“, „Das Blattgold“ und „Die Glaser“.  Auch sie sind beliebig kombinierbar und sollen den Spielspass weiter steigern.

So kann weiter mit viel Farbe und Einsatz von Spiel zu Spiel am Fresko gearbeitet werden.

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DOG – Spielkritik

Das DOG-Spiel: Wer hat es erfunden? Nun ja, es wäre einfach, das Spiel auf die Schweizer abzuschieben. Aber findige Schweizer haben das DOG-Spiel ins Land gebracht und ausgebaut. So wurde es zu dem, was es nun ist – ein mit Karten zu spielendes Brettspiel.

In der Schweiz boomt das Spiel immer noch. An Turnieren wird immer wieder der Sieger gekürt. Was macht den Reiz von DOG aus? DOG gleicht Eile mit Weile/Mensch ärgere dich nicht, wird allerdings mit Bridge-Karten gespielt. Von denen erhält man einige auf die Hand, die dann gezogen werden können. Jede Karte hat einen unterschiedlichen Wert. Und natürlich gibt es jede Menge Spezialkarten: Karten zum Starten, Karten um rückwärts zu ziehen, Karten um Mitspieler zu schlagen, Karten um Figuren zu wechseln. Das ist dann auch das Ziel. Die vier eigenen Figuren sollen so schnell wie möglich ans Ziel, einmal ums Brett herum. Doch Halt: Man spielt zu zweit in einem Team. Ist der eine Spieler fertig, hilft er dem anderen mit seinen Figuren bis ans Ziel. Erst dann ist der Sieg eingefahren. Für das gute Klima in der Mannschaft wird nach jedem Ausgeben der Karten eine mit dem Mitspieler getauscht – natürlich geheim.

DOG kann zu viert oder zu sechst gespielt werden. In der Schweiz gibt es jede Menge Anbieter mit sehr schönen Spielbrettern. Für den Rest der Welt hat Schmidt Spiele eine Version mit dem Titel DOG – Den letzten beissen die Hunde herausgebracht.

DOG ist ein Spiel, das anfänglich sehr oft auf unserem Spieltisch landete. Oft sind Partien sehr spannend und bis zum Schluss umstritten. Häufig ist DOG aber vom Kartenglück abhängig. Mit guten Karten lässt sich (fast) alles bewerkstelligen. Mit schlechten ist man im schlimmsten Fall vom Spiel ausgeschlossen. Das kann auch ganz schön nerven.

Fazit:
DOG ist ein schnell erlerntes Spiel, das ohne grosse Ansprüche gespielt werden kann. Gerade als Team-Spiel hat DOG durchaus seinen Reiz. Zu einem grossen Teil ist DOG aber vom Kartenglück abhängig. Das verhindert auch eine strategische Tiefe. Wer darüber hinweg sehen kann, wird mit DOG sicher schöne Stunden verbringen.

DOG-Spiel / DOG – Den letzten beissen die Hunde | Autor: ??? | Verlag: Diverse / Schmidt Spiele
Brettspiel mit Karten für 4 – 6 Personen | Spieldauer: ca 45 Minuten | Benötigt: Kartenglück und den Teamgedanken | Wiederspielreiz: mittel

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