Mondo – Zusatzspieler Set A+B – Spielkritik

Mondo war im vergangenen Spielejahr eines der beliebtesten Spiele auf dem Tisch. Obwohl nur einer gewinnen kann, freut man sich zumindest an seiner selber geschaffenen Welt mit den vielen Tieren und Landschaften. Besonders gross ist der Stolz, wenn das zudem mit ganz wenigen Fehlern gelingt. Da Michael Schacht ein sehr innovativer Spieleautor ist und ihm die Ideen nie auszugehen scheinen, gibt es nun für Mondo die Erweiterungen Set A und B.

Grundsätzlich unterscheiden sich die Erweiterungen kaum voneinander. Sowohl mit Set A, als auch mit Set B, kann ein weiterer Mitspieler bei Mondo mitwirken. Zudem befinden sich viele neue Landschaftsplättchen, 3 neue Sonderwertungen und 10 neue Zusatzaufgaben in jedem Erweiterungspaket. Für Mondo-Vielspieler also jede Menge neuer Herausforderungen.
Mal sollte man die meisten Echsen in seine Welt bauen, mal die meisten vollflächigen Plättchen. In den Zusatzaufgaben können verschiedene Wassertiere entscheidende Punkte bringen, oder es sollen mindestens 8 Waldtiere eingebaut werden. In dieser Art und Weise liesse sich wohl noch beliebig erweitern.
Die Grundregeln bleiben gleich. Ab 5 Spielern kommt lediglich ein zweiter Vulkanchip ins Spiel, der den besten Spielern ein Handicap einbringt.

Für die Erweiterungs-Sets wird auf jeden Fall zwingend das Mondo-Grundspiel benötigt. Die zusätzlichen Landschaftsplättchen lassen sich zu einem späteren Zeitpunkt auch wieder leicht vom Grundspiel entfernen. Sie sind alle mit einem Vulkan auf der ganzflächigen Rückseite gekennzeichnet.

Fazit:
Das Mondo – Zusatzspieler Pack Set A oder B richtet sich vor allem an erfahrene Mondo-Spieler, die neue Herausforderungen suchen. Wohl aber der grösste Vorteil: Ab sofort kann Mondo auch zu fünft oder sechst gespielt werden. Mit jedem Set kann ein zusätzlicher Spieler teilnehmen. Der Puzzle-Wühlhaufen wird grösser und das Gedränge um die besten Plättchen dichter, das Spiel funktioniert immer noch gleich gut. Also noch mehr Spielspass und noch mehr neue Welten im bewährten Mondo-Muster.

Mondo Zusatzspieler Set A + B | Autor: Michael Schacht | Verlag: Pegasus Spiele
Erweiterung zum Grundspiel Mondo | Spieldauer: 20-30 Minuten | Benötigt: Ein nach wie vor gutes Auge für die Landschaft | Wiederspielreiz: hoch

Besten Dank an Pegasus Spiele für ein Rezensionsexemplar der Mondo-Erweiterungen!

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Ligretto Twist – Spielkritik

Wer kennt Ligretto? Wer weiss über Twister Bescheid? Nun – Ligretto Twist ist eine kleine, feine Kombination dieser beiden Spiele. Oder anders gesagt: Ligretto ohne Zahlen und Twister nur mit Händchen. Ein schnelles Kartenspiel für zwischendurch.

Das Spiel in der kleinen, quadratischen Box besteht aus 160 Karten in den Farben gelb, grün, blau und rot. Sie sind im typischen Ligretto-Style gestaltet, es fehlen lediglich die Zahlen. Vor Spielbeginn werden, je nach Anzahl Mitspieler, vier oder acht Kartenstapel in der Tischmitte gebildet. So ist jede Farbe einfach oder doppelt vertreten. Die restlichen Karten werden an die Mitspieler verteilt und als verdeckter Nachziehstapel bereit gelegt.

Auf Kommando startet dann Ligretto Twist. Jeder Spieler darf seine oberste Karte umdrehen und sie mit einer Hand auf einen farblich passenden Stapel in der Tischmitte ablegen. Dabei lässt man seine Hand auf dem Stapel liegen und blockiert so die Farbe für seine Mitspieler. Jetzt geht es nämlich mit der freien Hand weiter. Eine neue Karte wird aufgedeckt und wieder versucht, in der Mitte abzulegen. So legt man mit der einen Hand laufend neue Karten, während die andere Hand eine Farbblockade aufrecht erhält  eine koordinative Herausforderung.
Ist eine dringend benötigte Farbe einmal blockiert, so darf man seine Karte auf einen offenen Ablagestapel legen. Den muss man allerdings am Schluss noch abarbeiten, wenn sämtliche verdeckten Karten verwertet wurden.

Eine Spielrunde Ligretto Twist endet, wenn es einem Spieler gelingt, alle Karten in der Mitte abzulegen. Bei allen anderen Spielern bringen nicht gelegte Karten Minuspunkte. Nach 5 Runden ist Schluss und der Ligretto-Meistertwister gekürt.

Fazit:
Ligretto Twist ist eine Kombination aus zwei bekannten Spielen. Es stecken das Tempo von Ligretto im Spiel, aber auch die Verknotungen von Twister. Gerade in der Vollbesetzung entfaltet sich Ligretto Twist in seiner ganzen Pracht. Dann wirbeln Hände und Karten kreuz und quer durcheinander. Wer gerne Geschwindigkeitsspiele spielt und das Chaos mag, der ist mit Ligretto Twist gut bedient. Gerade auch in Spielrunden mit Kindern kam das Spiel sehr gut an – es ist Bewegung drin. Mit der kurzen Spieldauer und der kompakten Schachtel eignet es sich auch für unterwegs oder als Mitbringspiel. In der passenden Spielrunde ist man mit Ligretto Twist auf jeden Fall bestens unterhalten.

Ligretto Twist | Autor: Opi and me (steht so auf der Schachtel) | Verlag: Schmidt
Tempospiel für 2-4 Spieler | Spieldauer: 10 Minuten | Benötigt: Den totalen Überblick über Farben und Gliedmassen | Wiederspielreiz: gross

Besten Dank an Carletto und Schmidt für ein Rezensionsexemplar von Ligretto Twist!

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Neues von Hans im Glück 2012

Hans im Glück hat eben erst mit Hawaii ein sehr schönes Brettspiel auf den Markt gebracht. Doch der Verlag ruht nicht. Nun werden schon die nächsten Spiele vorgestellt. Carcassonne-Fans dürfen sich auf kleinen Nachwuchs freuen. Und wer Santa Cruz noch für einen Fussballspieler hält, wird nun eines Besseren belehrt.

Santa Cruz | Autor: Marcel-André Casasola Merkle
Die unbekannte Insel Santa Cruz soll besiedelt werden. Wer kann sich die besten Plätze für Gebäude sichern und wertvolle Rohstoffe bergen? In zwei Durchgängen wird die Insel besiedelt. Doch Vorsicht vor dem Vulkan – er kann Siedlungsträume zerstören. Für 2-4 Spieler.

Carcassonne – Mini-Erweiterungen | Autor: Klaus-Jürgen Wrede
6 kleine Mini-Erweiterungen bringen neuen Schwung in das Legespiel. Jede Erweiterung beinhaltet eine eigene Thematik und neue Plättchen und weiteres Spielmaterial. Wer alle 6 Minis besitzt, kriegt durch je eine Zusatzkarte pro Set sogar eine 7. Erweiterung geschenkt.

 

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Neues von eggertspiele 2012

Eggertspiele veröffentlicht zu Beginn des Jahres auch einige neue Spiele. Die Thematik geht dabei von Gauklern zu Händlern bis ins Dorf. Hier eine erste Zusammenfassung der neuen Brettspiele von eggertspiele:

Spectaculum | Autor: Reiner Knizia
In der Welt der Hellseher und Schlangentänzer soll für das Publikum ein möglichst grosses Spektakel geboten werden. Wer die beste Gauklertruppe zusammenstellt und die Zuschauer begeistert, gewinnt das grosse Spektakel. Wer als bester Gönner auf die richtigen Gaukler gesetzt und am meisten Geld eingenommen hat, gewinnt das Spiel.

Kaispeicher | Autor: Stefan Feld
Endlich erscheint die Erweiterung zu Die Speicherstadt. Neue Aufträge, neue Waren, neue Gebäude bringen frischen Wind in das tolle Spiel von Stefan Feld. Ein zusätzliches Versteigerungselement belebt den Handel in der Speicherstadt zusätzlich und… endlich sind echte Metallmünzen im Spiel!

Village | Autoren: Inka und Markus Brand
Das Spiel war schon in Essen 2011 angekündigt, ist aber erst Ende Jahr erschienen. Daher wird es noch einmal vorgestellt. Das Leben im Dorf ist nicht immer einfach. Man lenkt die Geschicke einer Familie und soll diese zu Ruhm und Ehre führen. Nur mit einem geschickten Zeitmanagement lässt sich Village gewinnen.

> Zur Spielkritik von Village

Milestones | Autoren: Stefan Dorra und Ralf zur Linde
Siedeln, handeln und optimieren – so einfach funktioniert Milestones. Nur wer seine Meilensteine richtig setzt, kann dieses Spiel gewinnen.

> Zur Spielkritik von Milestones

    

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Barbara Schmidts – Spieleredakteurin Kosmos

Wenn ein Brettspiel auf dem Tisch liegt und man es spielt, sind die Spielverlage schon längst wieder mit anderen Themen beschäftigt. Wer trifft denn für die vielen Spieler dieser Welt eine Vorauswahl, entscheidet über gut oder schlecht, Top oder Flop? Barbara Schmidts arbeitet als Spieleredakteurin „Erwachsenenspiele“ bei Kosmos. So ist es möglich, einen Blick hinter die Kulissen eines grösseren Verlages zu werfen und mehr über die Arbeit einer Spieleredakteurin zu erfahren. Brettspielblog.ch hat nachgefragt!

Was zeichnet ein typisches Kosmos-Spiel aus?
Barbara Schmidts (B.S.): Hmmm … aufgrund der Bandbreite unserer Spiele von ganz einfach bis richtig komplex, gar nicht so leicht zu beantworten … Kosmos-Spiele sind auf unterhaltsame Art fordernd. Die einfachen Kosmos-Spiele wie „Ubongo“ oder „Einfach Genial“ haben kurze, eingängige Regeln, sind familienfreundlich und bieten viel Spieltiefe und Spielwitz mit Suchtcharakter. Die komplexeren Spiele („Säulen der Erde“ oder „Helvetia“) sind in der Regel ausgetüftelte Spielwelten, in die der Spieler eintauchen und verschiedene Gewinnstrategien ausprobieren kann.

Wie viele neue Spiele sichtet die Redaktion pro Jahr? Werden diese Spiele vorwiegend in Auftrag gegeben oder auf gut Glück dem Verlag zugesandt?
B.S.: Rund 600 – 800 Spielideen. Die meisten werden uns unaufgefordert zugesandt. Etliche Spielideen sehen wir auch an Spielemessen und bei Spielautorentreffen. Einige Themen geben wir in Auftrag.

Welche Hürden muss ein Spiel bei Kosmos nehmen, bis es schlussendlich in den Handel kommt?
B.S.: Erst mal sollte das Spiel in der Redaktion Anklang finden. Unseren positiven Eindruck lassen wir uns dann durch externe Testspielrunden bestätigen (oder widerlegen). Danach kommt es zu zwei Vorstellungsrunden im Verlag mit erweitertem Teilnehmerkreis bis hin zur Geschäftsführung. Sind alle von dem Spiel überzeugt, kann die Arbeit an der Umsetzung des Spiels beginnen bzw. jetzt mit Nachdruck vorangetrieben werden.

Welche Planungsphase ist für die Spieleredaktion am spannendsten?
B.S.: Der ganze Verlauf zwischen Auswahl und Veröffentlichung einer Spielidee ist spannend. Die Arbeit am Spielmechnismus ist reizvoll (den Spielablauf optimieren) und ebenso die ästhetische Umsetzung: Welche Formen verwendet man? Wie selbsterklärend kann das Spielmaterial gestaltet werden? Welcher Titel passt am besten zum Spiel? … Jeder Schritt in der Entstehung führt hin zum fertigen Spiel und ist für sich genommen eine Herausforderung.

Wenn ein Wunsch in Erfüllung gehen könnte: Was für ein Spiel würden Sie sich für Kosmos schon lange wünschen?
B.S.: Gehen auch drei Wünsche? Am liebsten hätte ich ein zweites „Die Siedler von Catan“; das Spiel war richtungsweisend für viele andere Spiele und war und ist – man kann es nicht anders sagen – herausragend. Mit Linq haben wir ein tolles kommunikatives Spiel im Programm und dazu würde ich mir ein weiteres richtig pfiffiges, neuartiges „Partyspiel“ wünschen. Und als passionierter „Halli-Galli“-Fan könnte ich mich auch für eine vergleichbare Neuheit bei Kosmos begeistern.

Nürnberg 2012 steht vor der Tür: Von welcher Kosmos-Neuerscheinung sind Sie ganz besonders überzeugt?
B.S.: Da man ja bekanntermaßen alle seine Kinder liebt, gibt es auch beim Kosmos-Neuheitenprogramm mehrere Lieblinge: „Waka Waka“ ist sehr atmosphärisch und reizvoll. Bei „Grillparty“ gefällt mir sehr, dass alle Spieler auf einen Grill zugreifen und dadurch quasi jeder jedem ins Handwerk pfuschen oder auch nützen kann. „Lakota“ ist supereinfach und fesselt die Spieler dennoch am Spieltisch. „Targi“ ist ein klasse Zweipersonenspiel. Star Trek Catan sieht klasse aus und … ja, ich könnte noch weitere aufzählen, denn jedes einzelne Spiel „hat was“.

Dem kann man eigentlich nichts mehr hinzufügen. Wenn eine Spieleredakteurin nach vielen Testphasen immer noch von Ihren Produkten überzeugt ist, kann gar nichts schief gehen. Barbara Schmidts, besten Dank für den Einblick in Ihre Arbeit und ich wünsche Ihnen weiterhin ein gutes Spiele-Auswahl-Händchen!

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