Crazy Donkey – Spielkritik

Kartenspiele mit Esel scheinen aktuell ein beliebtes Thema zu sein. Mit Gold! ist gerade erst ein thematisch ähnliches Spiel erschienen. Nun haben wir aber Crazy Donkey von Wolfgang Kramer. Und bei diesem Spiel sollte man seine Karten möglichst schnell loswerden.

Crazy Donkey – Einer ist immer der Esel, erscheint in einer kleinen handlichen Schachtel und besteht aus 110 Spielkarten. Sie sind nummeriert von 1 bis 13, dazu gibt es noch einige Jokerkarten und EINE Eselkarte. Sie ist vergleichbar mit dem Schwarzen Peter oder einem juckenden Ausschlag: Niemand will sie haben!
Die Karten werden an die Spieler verteilt. Der Startspieler legt dann ein Gebot in die Mitte. Er kann zum Beispiel zwei Karten mit dem Wert 4 legen. Der nächste Spieler muss das überbieten oder passen. Hat er zwei Karten mit dem Wert 5 (oder höher), so legt er sie auch in die Mitte. So darf der Reihe nach jeder Spieler Karten ablegen, wenn er denn höhere hat. Waren alle an der Reihe, so kommen die Karten in der Tischmitte aus dem Spiel. Wer die Karten mit dem höchsten Wert legen konnte, darf eine nächste Gebotsrunde eröffnen.

So entscheidet der Startspieler selber, mit wie vielen Karten er eine Runde spielen will. Die Mitspieler entscheiden sich, ob sie mit der gleichen Anzahl Karten mitbieten wollen (und auch können) oder ob sie passen und auf eine nächste Runde warten. Immer mit dem einen Ziel vor Augen: Die Karten müssen weg. Joker-Karten dürfen dabei als beliebige Zahl eingesetzt werden. Sie helfen manchmal, um eine Gruppe auf die richtige Anzahl zu ergänzen.

Bis jetzt also eine runde Sache, wäre da nicht noch die Eselkarte. Sie bleibt immer im Besitz eines Spielers und kann nur zur Eröffnung einer Runde ausgespielt werden. Läuft eine Esel-Runde, so muss jeder Spieler EINE Karte in die Mitte legen. Hier muss nicht erhöht werden. Denn wer die höchste Karte legt, muss alle Karten (inklusive Esel) in die Hand nehmen. Die Eselkarte darf frühestens in der übernächsten Runde wieder ausgespielt werden. Legen mehrere Spieler eine Karte mit dem höchsten Wert, so nimmt derjenige die Karten, der zuletzt an der Reihe war.

Hat ein Spieler seine letzte Karte weg, so endet das Spiel. Die Handkarten der übrigen Spieler zählen als Minuspunkte, die Eselkarte sogar -20.

Fazit:
Crazy Donkey ist ein einfaches, aber lustiges Kartenspiel für die ganze Familie. Es eignet sich auch für grössere Gruppen und macht vor allem dann grossen Spass. So einfach, wie die Aufgabe klingt, ist sie nämlich nicht. Nur mit hohen Karten, bin ich vor dem Esel nicht geschützt. Tiefe Karten sind schwierig loszuwerden. So ist die richtige Mischung wichtig und auch der Zeitpunkt, in dem man sich von seinen Karten trennt. Den Esel kann man gut einmal einziehen, wenn man ihn an geeigneter Stelle wieder einsetzt. Ein bisschen Ärger, ein wenig Glück, aber auch eine passende Strategie für seine Karten gehören zu Crazy Donkey. Als schnelles Kartenspiel für grössere Spielrunden, wie beispielsweise 6 nimmt! , ist Crazy Donkey ein ganz heisser Tipp!

Crazy Donkey | Autor: Wolfgang Kramer | Verlag: gamefactory
Kartenspiel für 3-12 Personen | Spieldauer: ca. 30 Minuten | Benötigt: Karten, Glück und Strategie, aber bloss keinen Esel | Wiederspielreiz: gross

Besten Dank an gamefactory und Carletto für ein Rezensionsexemplar von Crazy Donkey!

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Neues von eggertspiele 2011

Nun sind auch zwei neue Brettspiele von eggertspiele für den Herbst angekündigt. An der Spiel 11 in Essen sollen sie vorgestellt werden. Und das erwartet uns bei den beiden Neuheiten:

Santiago de Cuba | Autor: Michael Rieneck
Ein taktischer Leckerbissen für die ganze Familie mit eingängigen Regeln soll Santiago de Cuba sein. Das versprochene karibische Flair kam ja schon bei Michael Rienecks Cuba deutlich rüber. In seinem neuesten Werk soll man die zahlreichen Bewohner und Gebäude nutzen, um Geschäfte zu machen. Waren müssen erworben und über Schiffe und Gebäude in Siegpunkte umgewandelt werden. Santiago de Cuba ist ein Spiel für 2-4 Personen.

> Spielkritik Santiago de Cuba

 

Village (Das Dorf – Wie das Leben so spielt) | Autoren: Inga und Markus Brand
Ein Spiel mit voller taktischer Herausforderungen mit einem pfiffigen Aktionsmechanismus. Man lenkt die Geschicke einer Familie und kann diese auf vielen Wegen zu Ruhm und Ehre führen. Ein kluges Zeitmanagement ist bei Das Dorf aber nötig, denn der Tod setzt dem Handeln seine Grenzen. Das Dorf ist ein Spiel für 2-4 Personen.

Update 15.10.2011: Da Pegasus Spiele neu den Vetrieb von eggertspiele übernommen hat, wird Das Dorf neu unter dem internationalen Titel Village erscheinen. Inhaltlich bleibt das Spiel dasselbe.

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Spiel des Monats – Pantheon

Jeden Monat findet auf www.brettspielblog.ch ein Preisvergleich eines ausgewählten Spiels statt. Wo bekomme ich das Spiel am günstigsten? Aufgeführt werden ausschliesslich Schweizer Anbieter. Zum kleinen internationalen Vergleich ziehe ich jeweils Amazon.de bei.


In diesem Monat vergleiche ich die Preise von Pantheon (Autor: Michael Tummelhofer / Verlag: Hans im Glück).

Über das Spiel:
Bei Pantheon kämpft man um die Gunst der Götter und Halbgötter und errichtet ihnen Säulen. Das Spiel läuft über 6 Epochen und wird nach Punkten gewonnen.

Preisvergleich Pantheon - 30. Juli 2011

AnbieterLadenpreis Preis inkl. Versandkosten
Bol.ch50.50 Fr.50.50 Fr.
Books.ch62.- Fr.62.-Fr.
DasSpiel.ch53.80 Fr.61.20 Fr.
Ex Libris/exlibris.ch59.90 Fr.59.90 Fr.
Spielbude.ch52.50 Fr.57.- Fr.
Storyworld.ch39.90 Fr.39.90 Fr.
Thalia.ch51.50 Fr.51.50 Fr.
Weltbild.ch55.90 Fr.63.85 Fr.
Wog.ch49.- Fr.49.- Fr.
Amazon.de--------28.60 Fr.
Preisvergleich des Brettspiels Pantheon. Grün markiert: Das günstigste Angebot mit und ohne Versandkosten.

Bei Pantheon zeigen sich für einmal wieder ziemlich grosse Preisunterschiede. Schon alleine unter den Schweizer Anbietern zahlt man ohne Vergleich schon 20.- Fr. mehr für das Brettspiel. Bei Storyworld.ch kauft man aktuell am günstigsten ein. Der aus Schweizer Sicht günstige Euro-Kurs (Stichtag: 30. Juli 2011) verlockt aber zum Kauf im Ausland. So bietet Amazon.de Pantheon noch einmal 10.- Fr. günstiger an. Ein Vergleich lohnt sich also!

> Preisvergleich – Spiel des Monats Juni: Qwirkle
> Spielkritik Pantheon

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Da ist der Wurm drin – Spielkritik

Da ist der Wurm drin ist 2011 zum Kinderspiel des Jahres gewählt worden. Das lustige Wettrennen kommt bei Kindern gut an und verleitet auch Erwachsene immer wieder zu einer Partie.

Da ist der Wurm drin punktet zuerst einmal mit seinen tollen Illustrationen von Heidemarie Rüttinger. Wer sogar Würmer derart sympathisch zeichnen kann, verdient ein Lob. Aber auch das Spielbrett selber ist speziell. Das Wettrennen findet nämlich auch unterirdisch statt. Daher werden zwei Spielbretter aufeinander gesteckt und die Würmer sind während des Spiels immer mal wieder durch Sichtschlitze erkennbar.

Jedes Kind wählt sich zuerst einen Wurm aus. Zur Auswahl stehen Streifen-Toni, Robbi Rot, Lady Silver oder Karolinchen. Den Wurmkopf steckt es in den dafür vorgesehenen Wurmgang. Ab sofort taucht der Wurm unter. Den Rest erledigt der Farbwürfel. Neben dem Spielbrett liegen farbige Wurmteile, sie sind unterschiedlich lang. Je nach gewürfelter Farbe darf man dem eigenen Wurm ein passendes Wurmteil nachschieben. So würfelt man der Reihe nach, schiebt die richtigen Farbteile hinterher und der erste Wurmkopf, der beim Kompost auftaucht, gewinnt das Rennen.
Doch halt! Während des Rennens zeigen sich die Würmer zwei Mal. Dort kann man einen Tipp abgeben, welcher Wurmkopf zuerst auftaucht. Die Wetteinsätze sind Wurmteile, die man seinem eigenen Wurm füttern kann, wenn man richtig getippt hat. So kann man sich einen Bonus verdienen und kommt schneller vorwärts.

Fazit:
Da ist der Wurm drin landet wirklich regelmässig auf dem Spieltisch. Gründe hat das wohl einige. Das Spiel ist absolut kindgerecht illustriert und gestaltet. Der Spielmechanismus ist eingängig, alle können sofort mitspielen. Das unterirdische Wettrennen erzeugt Spannung. Für Kinder ist es schwer abschätzbar, welcher Wurm zuerst wieder auftaucht. Zudem sollte man sich die Farben merken, die bereits an den Wurm verfüttert wurden. Eine gute Spielidee wurde hier hervorragend umgesetzt. Da ist der Wurm drin hat seinen Preis wirklich verdient!

Da ist der Wurm drin | Autorin: Carmen Kleinert | Verlag: Zoch-Verlag
Kinderspiel für 2-4 Kinder | Spieldauer: 15 Minuten | Benötigt: Die richtige Farbkombination im Gewühle | Wiederspielreiz: sehr gross

Besten Dank an Carletto und Zoch für ein Rezensionsexemplar von Da ist der Wurm drin!

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Avanti – Spielkritik

Als kultiges Wettrennen wird Avanti angepriesen. Lieferfahrten sollen das schnelle Geld bringen mit dem einen Ziel: Ab auf die Insel! Die lustigen Fahrzeuge verbreiten sofort eine tolle Atmosphäre. Und von der eigenen Insel träumen wir ja schliesslich alle.

Zuerst wählt jeder Spieler sein Fahrzeug. Und die sehen toll aus und verbreiten schon so was von Kult, dass das Wettrennen schon beinahe zweitrangig wird. Zudem erhält noch jeder Spieler 3 Powerkarten in die Hand. Sie sind für die Geschwindigkeit zuständig. Die dreieckigen Karten sind in jeder Ecke mit einer Zahl zwischen 1 und 7 bedruckt.
Geld darf auch nicht fehlen. Davon gibt es reichlich – 2 Geldscheine jeder Farbe dienen als Startkapital.

Auf dem Spielbrett befindet sich der Rundkurs für die Wettrennen. In der Mitte liegt der Weg auf die Trauminsel. Nun werden so viele Wettfahrten veranstaltet, bis ein Spieler die Insel erreicht hat.

Der Startpunkt des Rennens ist beliebig und wird mit einem Spielstein markiert. Denn dort ist später auch das Ziel. Der Rundkurs besteht aus einzelnen Strassenstücken, die mit Geldbeträgen angeschrieben sind, und aus wenigen Parkplätzen.
Jeder Spieler legt verdeckt eine Powerkarte aus mit der Anzahl der Felder, die man ziehen möchte. Gleichzeitig werden die Karten aufgedeckt. Reihum fahren nun die Fahrzeuge ihre Werte. Ist ein Strassenstück bereits von einem Auto besetzt, darf man den gleichen Wert noch einmal vorwärts ziehen. Das kann auch mehrmals hintereinander vorkommen. Entscheidend ist nun, wo das Auto stehen bleibt. Der Führende des Rennens erhält nämlich von allen Mitspielern den Geldbetrag ihres Feldes ausgehändigt. Daher sind die kostenfreien Parkplätze im Spiel sehr begehrt.

Die Powerkarten dürfen nachgezogen werden, wenn sie einen Wert von 1-3 zeigen. Höhere Werte können zwar gefahren werden, man spielt ab sofort aber mit einer Powerkarte weniger.
Der letzte Fahrer im Rennen startet die nächste Rennrunde der Lieferfahrt und profitiert so allenfalls vom Überspringen der anderen Fahrzeuge.

Sobald der erste Wagen eine Runde absolviert hat, endet die Lieferfahrt. Die Spieler dürfen gemäss ihrem Rang nun 3,2 oder einen Schritt näher an die Trauminsel rücken. Und schon startet die nächste Lieferfahrt mit neuen Powerkarten.

 
Natürlich gibt es auch noch einige nette Optionen für zwischendurch. Ein Spieler kann aus dem Rennen aussteigen, wenn ihm die Powerkarten ausgehen oder er findet, dass die Fahrt chancenlos ist. Bezahlen muss er trotzdem während des Rennens. Es lohnt sich daher auf einem günstigen Streckenabschnitt oder einem Parkplatz auszusteigen.
Am Schluss des Rennens kann die Kasse ein wenig aufgebessert werden. Jeder Parkplatz besitzt einen Geldautomaten. Liegt zwischen dem eigenen und dem nächstplatzierten Auto so ein Automat, darf man sich das entsprechende Geld von der Bank holen.
Der Weg zur Trauminsel kann sich am Ende einer Rennrunde auch erkauft werden. Für Fahrer mit viel Geld eine reizvolle Alternative, um Positionen gut zu machen.

Fazit:
Avanti ist ein lustiges Autowettrennen. Das Material ist einfach toll, das Spiel schnell zu verstehen. Bei Avanti braucht es ein wenig Bluff, ein wenig Vorahnung und manchmal auch ein wenig Glück. Man kann sehr gut von seinen Mitspielern profitieren oder ärgert sich, wenn ein Plan eben nicht aufging. Seine Powerkarten sollte man sich gut einteilen, aber auch das Geld immer im Auge behalten. Am meisten Spass macht Avanti in der Vollbesetzung. Dann ist was los auf der Strasse. Die Entscheidungen am Ende eines Rennens fallen oft ziemlich knapp. Avanti ist ein spassiges Wettrennen für die ganze Familie.

Avanti | Autor: Heinz Meister | Verlag: Zoch-Verlag
Wettrennen für 3-5 Personen | Spieldauer: 45-60 Minuten | Benötigt: Geld, Power und das richtige Auto | Wiederspielreiz: gross

Besten Dank an Carletto und Zoch für ein Rezensionsexemplar von Avanti!

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