Die Karten sehen wunderschön aus. Wir bewegen uns bei Niwa durch japanische Gärten und verschönern sie mit den gewünschten Elementen. Das Kartenspiel bedient sich einer einfachen Spielmechanik. Das macht eine Partie aber sehr knackig und kompakt.

In jeder Runde von Niwa gilt eine Auftragskarte. Die wählt man zu Beginn zufällig aus. Zudem erhält jede Person 9 Handkarten, die man während einer Partie zu optimieren versucht. Die 66 Spielkarten gibt es in drei Farben und den Werten von 0 bis 10 in doppelter Anzahl. Mit 9 Karten bildet man einen verdeckten Nachziehstapel in der Tischmitte, 3 Karten legt man offen daneben aus.
Und so wird gespielt:
Der Reihe nach führen alle immer eine Aktion aus. Die Möglichkeiten sind dabei sehr überschaubar. In den meisten Fällen tauscht man eine Karte. Man legt eine seiner Handkarten in die Mitte und nimmt eine der offen ausliegenden Karten auf die Hand. Wer gerade nicht tauschen will, deckt eine neue Karte vom Stapel auf. In diesem Fall darf man nicht tauschen, mit einer Ausnahme: Liegt gerade ein Trio aus gleichen Werten, aber unterschiedlichen Farben offen aus, darf man es zu sich nehmen.

Tauschen oder neue Karte aufdecken – mehr ist da nicht. Daher sollten wir uns jetzt die Aufträge unbedingt anschauen. Auf jeder der Auftragskarten zählen die Trios: gleicher Wert, unterschiedliche Farbe. Trios müssen zwingend immer zuerst gewertet werden, wenn man sie am Ende in der Hand hält. Ein Trio zählt nicht den Kartenwert. Die Punktezahl für ein Trio steht oben mittig auf den Karten. Ein Trio aus drei 0ern ist am meisten wert, ein Trio aus drei 10ern am wenigsten.
Neben den Trios punktet man mit unterschiedlichsten Kombinationen. Mal sind einzelne Karten gefragt, mal gerade Werte, mal ungerade, mal Duos, mal Reihenfolgen etc. So versucht man, die aktuellen Kartenwünsche bestmöglich zu erfüllen und seine Kartenhand in jeder Runde zu optimieren.
Als Timer dient der Nachziehstapel mit seinen ursprünglich 9 Karten. Deckt man dort die letzte Karte auf, endet das Spiel sofort. Mit dem letzten Aufdecken darf man höchstens noch ein Trio aus der Auslage nehmen, wenn dort eines liegt. Das ist aber wohl eher selten der Fall.

Bei der Wertung punkten zuerst die Trios, die restlichen Handkarten bringen Punkte je nach Auftragslage. Wer am meisten Punkte hat, gewinnt das Spiel.
Es lohnt sich, mehrere Runden zu spielen. Bei uns sind das meist 3 Partien, in denen man die Punkte summiert. Dann kommt es zu unterschiedlichen Auftragslagen beim Karten sammeln.
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Fazit zu Niwa
Sind wir ehrlich, thematisch ist das kleine Kartenspiel nicht relevant. Ob wir jetzt in Japan sind oder in Schottland wären, spielt keine Rolle. Die Karten sind aber wunderschön gestaltet, selbst auf ihren Rückseiten. Das Auge spielt definitiv mit. Der Spielmechanismus ist derart knackig, dass es schon wieder eine Freude ist. Karte tauschen oder aufdecken. Da nie alle Karten im Spiel sind, muss man die optimalen Kombinationen finden. Jeder Tausch liefert eventuell die gesuchte Karte für eine andere Person. Man tastet sich also vorsichtig voran, auch mit dem Aufdecken neuer Karten. Ebenfalls spannend: Das Kartenspiel reguliert sich von selber. Niemand will gerne Karten aufdecken, wenn die eigene Kartenhand noch nicht optimal ist. Also wird auch in grösseren Spielrunden vorerst getauscht und abgewartet.
Sehnt man sich das Ende herbei, deckt man neue Karten auf. Es ist ein Frage des Timings, wann man mit seinen Punkten zufrieden ist. Ob es am Ende reicht, ist eine andere Frage. Die Auftragskarten sind sehr gut. In einigen Fällen lohnt es sich, auf Trios zu verzichten, da mit dem zweiten Ziel mehr Punkte drin liegen. Man muss also flexibel sammeln. Niwa überzeugt als kleines, kompaktes Kartensammelspiel mit einfachem Zugang.
Fakten zu Niwa
Autor: Reiner Knizia
Illustrationen: Carolin Mayer
Verlag: EMF
Spielerzahl: 2 – 6 Personen
Spieldauer: 15 Minuten
Altersangabe: ab 8 Jahren
Benötigt: Auftragspunkte
Wiederspielreiz: sehr gross
Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2 – 6 Personen
Richtet sich an: Familie




