Caesar & Cleopatra – Spielkritik

In der Antike ging es zwischen Caesar & Cleopatra um Liebe und Macht. Im Kartenspiel für 2 Personen beeinflussen sie die Patrizier und wollen sie auf ihre Seite ziehen. Ein hinterhältiger Klassiker, der neu aufgelegt wurde.

Caesar & Cleopatra

Die Illustrationen und das Cover erzeugen schon einmal richtig Stimmung. Allein dafür hat sich die Überarbeitung des Spiels von 1997 gelohnt. Jemand wählt die Rolle von Caesar, jemand die Rolle von Cleopatra. Die Kartenstapel, die man erhält, sind identisch. Da gibt es die Einflusskarten mit Zahlenwerten von 1 bis 5 und die Aktionskarten mit zusätzlichen, spielerischen Möglichkeiten. Beide Stapel mischt man getrennt voneinander gut durch. Die Patrizier legt man mittig auf den Spieltisch. Die 5 unterschiedlichen Gruppen sind an den Farben zu erkennen.

Und so wird gespielt:

In die Hand erhält man einen kompletten Einflusskartensatz von 1 bis 5, dazu eine Aktionskarte. Den Einfluss macht man im Spiel geltend, indem man Einflusskarten an die gewünschte Patriziergruppe anlegt. Zu Beginn darf man dort ebenfalls einen verdeckten Kartensatz mit den Werten von 1 bis 5 verteilen. So setzt man bereits bei jeder der 5 Gruppen einen ersten Schwerpunkt. 2 Auftragskarten erhält man zufällig zugeteilt. Man sieht sie sich geheim an. Von einer Karte muss man sich im Laufe der Partie trennen.

Caesar & Cleopatra

Abwechselnd sind nun Caesar & Cleopatra an der Reihe. Zuerst legt man zwei Einflusskarten an die Patrizier an, eine verdeckt und eine offen. Optional darf man auch eine Aktionskarte spielen. Das kann auch schon vor dem Spielen der Einflusskarten sein. Die Summe der Werte auf den Einflusskarten ist entscheidend, wenn die Vertrauensfrage gestellt wird. So muss man eine gute Vorarbeit legen, um im entscheidenden Moment zuzuschlagen.

Dieser Moment kommt in der nächsten Phase: Man zieht eine Büste aus dem Beutel. Die Farbe der Büste zeigt an, bei welcher Patrizier-Gruppe es zur Vertrauensfrage kommt. Beide Parteien zählen die Einflusspunkte auf ihrer Seite zusammen. Wer mehr Einfluss geniesst, bekommt eine Karte. Wer gewonnen hat, muss dafür den höchsten Kartenwert an der Gruppe aussortieren. Wer verloren hat, entfernt den niedrigsten. Bei einem Gleichstand geht es bis zur nächsten Vertrauensfrage weiter. Neben den Patrizier-Farben gibt es auch eine graue Büste (nix passiert) und einen schwarze Büste (alle Büsten kommen wieder in den Beutel). So können die Farbentscheide ganz unterschiedlich fallen oder auch einmal über eine länger Zeit nicht.

Caesar & Cleopatra

Am Ende seines Spielzuges zieht man wieder auf 6 Handkarten nach. Die Mischung aus Einfluss- und Aktionskarten wählt man frei.
Eine Vertrauensfrage kann auch mitten in einem Spielzug ausgelöst werden. Liegen 8 Einflusskarten an einer Gruppe, stellt man die Vertrauensfrage und verteilt einen Patrizier. Auf der Seite von Caesar oder Cleopatra dürfen zudem höchstens 5 Einflusskarten ausliegen.
Und schliesslich gibt es noch die Philosophen. Die können ein Ergebnis umdeuten, wenn sie irgendwo dabei sind. Mit einem Philosophen gewinnt die kleinste Summe an Einfluss – Philosophen eben.

Mit den Aktionskarten sorgt man für Unruhe. Man deckt Karten auf, räumt ganze Reihen ab oder entfernt einzelne Karten. Mit einem Veto wehrt man aber auch gegnerische Angriffe ab. Die Mischung der Handkarten macht es aus.

Die Patrizier auf dem Tisch werden immer weniger. Ist eine Gruppe einmal verteilt, muss man eine seiner Aufgabenkarten abwerfen. Bis dahin sollte man sich für ein Ziel entschieden haben. Sind alle Patrizier-Karten verteilt oder die Einflusskarten sind weggespielt, endet die Partie.
In der Wertung gibt es einen Punkt pro gewonnene Patrizier-Karte, einen Punkt für eine Mehrheit in jeder Farbe und einen Punkt , wenn man sämtliche Patrizier einer Farbe besitzt. Für eine erfüllte Auftragskarte gibt es 2 Punkte. Wer gewinnt, Caesar oder Cleopatra?


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Fazit zu Caesar & Cleopatra

Die optische Auffrischung hat dem Kartenspiel auf jeden Fall gutgetan. Spielerisch versucht man mit hohen Summen Einfluss bei den Patrizier-Gruppen zu gewinnen. Vieles ist eine Frage de Timings. Schafft man es vor der Vertrauensfrage, eine gute Ausgangslage mit seinen Karten zu schaffen? mit den verdeckten Karten kann man Gebote vortäuschen, mit dem Philosophen die Wertungsrichtung ändern. Auch die Aktionen sorgen für kleine Störmanöver, die grössere Auswirkungen haben, wenn sie rechtzeitig angewendet werden. Glücksmomente bleiben beim Ziehen der Büsten. Wer Pech hat, zieht immer die Farben, bei denen man aktuell wenig Einfluss hat. Alles lässt sich nicht berechnen.
Insgesamt aber ein sehr rundes, flüssiges 2 Personen-Spiel, bei dem man auch ein wenig taktieren kann.

Fakten zu Caesar & Cleopatra

Autor: Wolfgang Lüdtke
Illustrationen: ann & seb
Verlag: Kosmos

Spielerzahl: 2 Personen
Spieldauer: 40 Minuten
Altersangabe: ab 10 Jahren
Benötigt: Erfolgreiche Vertrauensfragen
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2 Personen
Richtet sich an: Familie

gutes Spiel

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