Birdie – Spielkritik

Nach Foxy ist Birdie das zweite tierische Spiel in der mittelgrossen Box von Game Factory. Diesmal dreht sich alles um Vögel und ihren Weg durch die Jahreszeiten. Beim Kartensammelspiel muss man sich die Reihenfolge der Kartenablage merken, um am Ende richtig zu punkten.

Birdie

Auf den zahlreichen Spielkarten findet man eine Vogelart (Taube, Eule, Rotkehlchen und Specht) und eine Jahreszeit, beides sehr gelungen illustriert. Alle Karten mischt man gut durch. Vom grossen Nachziehstapel deckt man vier Karten als offene Auslage auf. Zwei Karten ziehen alle auf die Hand. Zudem erhalten alle noch ein Tableau und einen abwischbaren Stift zum Notieren der Punkte.

Und so wird gespielt:

Birdie ist eine Mischung aus Merk- und Sammelspiel. Erst beginnt alles mit der Sammelleidenschaft. Wer am Zug ist, wählt eine Karte aus der Auswahl und nimmt sie auf die Hand. Die Auswahl wird vom Nachziehstapel wieder aufgefüllt. Es darf bei diesem Kartenspiel übrigens nie direkt vom Nachziehstapel auf die Hand gezogen werden.
Alternativ legt man Karten zum persönlichen Wertungsstapel. In diesem Fall muss man zwei Karten aus der Auslage nehmen und darf sie mit eigenen Handkarten ergänzen. In einer beliebigen Reihenfolge stapelt man sie verdeckt auf einem Wertungsstapel vor sich. Karten im Wertungsstapel darf man leider nicht noch einmal anschauen oder verändern.

Birdie

Mit diesen beiden Aktionen verfolgt man reihum seine Ziele. Neue Karten kommen auf die Hand und der Wertungsstapel wird nach und nach passend ergänzt. Es sollen sich dort möglichst grosse Gruppen bilden.
Als dritte Aktion kann man passen. Je eher man passt, desto mehr Punkte kann man sich dadurch sichern. Der frühe Vogel fängt den Wurm und bringt alle anderen unter Druck. Ist nur noch eine Person in der Partie, darf sie genau noch einen Spielzug durchführen.

Es folgt die Wertung. Dazu nimmt man den Wertungsstapel und legt ihn, ohne die Reihenfolge zu verändern, offen vor sich aus. Die ganze Reihe teilt man nun in Sets auf. Jede Karte darf nur einmal zu einem Set gehören. Werten kann man Vogelarten oder Jahreszeiten – alle nur ein Mal. Liegen vier Rotkehlchen in einer Reihe, notiert man sich bei den Rotkehlchen 4 Punkte.
Bei Bedarf nutzt man eine Eigenschaft der vier Vogelarten. Dazu muss man noch eine entsprechende Karte in der Hand halten und sie ausspielen. Mit dem Rotkehlchen zieht man noch eine Karte vom Nachziehstapel und baut sie in die Reihe ein. Der Specht versetzt eine Karte an eine andere Stelle in der Reihe. Jeder Vogel-Joker darf nur ein Mal in der Partie verwendet werden.

Die Eule kopiert den niedrigsten Zahlenwert der aktuellen Wertungsrunde in eine andere Kategorie. Der Wert darf allerdings nicht höher als 5 sein. Mit dem Tauben-Joker entfernt man ein Set aus der Reihe und kreuzt dafür zwei Felder auf der Bonus-Leiste an. Diese Bonusleiste bringt ganz schön viele Punkte. Man darf dort immer ein Kreuz setzen, wenn man eine Wertung in einer neuen Kategorie durchführt.

Birdie

Es gibt keine Garantie, dass man es schafft, in sämtlichen Kategorien eine Wertung durchzuführen. Nach einem ersten Durchgang spielt man noch einen identischen zweiten. Dort versucht man sich, auf die Sammlungen zu stürzen, die man bisher nicht werten konnte. Zudem gibt es die Vogelarten noch als niedliche, kleine Figuren. Man erhält eine solche Trophäe, wenn man die höchste Wertung in einer Vogelart besitzt. Es sind also Wanderpokale, die den Personen am Ende 3 Punkte bringen, wenn sie im eigenen Besitz sind. Wer nach zwei Durchgängen die meisten Punkte hat, gewinnt die Partie.

Birdie fordert in diesem Grundmodus schon eine organisatorische Denkleistung. Wer es noch verrückter mag, wechselt zur Experten-Variante. Der Spielablauf bleibt gleich, doch die Wertung verändert sich grundlegend. Nach dem Auffächern der Reihe muss man eine Karte irgendwo aus der Mitte entfernen und abwerfen. Ergibt sich beim Zusammenschieben der Karten nun ein Set, wertet man dieses und entfernt es. Entsteht nun erneut ein Set, wertet man wieder. Die Wertung erfolgt also von innen heraus, was das Sammeln deutlich anspruchsvoller macht.


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Fazit zu Birdie

Die Illustrationen sind zuckersüss, das Spielmaterial ist toll und das Sammeln alleine geht flott von der Hand. Doch spätestens nach dem ersten Ablegen auf den Wertungsstapel geht es los. Was hat man dort nochmal hinterlegt? Und welche Karte liegt ganz oben? Hätte man sich mal besser gemerkt, welche Vögel oder welche Jahreszeit gerade passend wären. Und so ist Birdie vor allem auch eine grosse Merkaufgabe, bei der man richtig punkten kann mit einer längeren Reihenfolge. Zu sehr sollte man sich aber auch nicht auf wenige Aufgaben versteifen, denn das Timing ist ebenso wichtig bei diesem Spiel. Je mehr Wertungen man durchführt, desto mehr Bonuskreuze liegen drin. Die perfekte Mischung macht es eben aus in diesem Spiel.

Wie lange man sammeln darf, hängt von den Mitspielenden ab. Sind alle schnell zufrieden, gerät man unter Zeitdruck. Nehmen es alle gemütlich, darf man auch mal eine Karte mehr sammeln. Doch wer weiss das schon so genau?
Noch pfiffiger wird es mit der Expertenvariante. Schöne Kartensets reichen dann nicht mehr, man muss von innen nach aussen denken – bereits beim Sammeln der Karten. Hinter dem niedlichen Äusseren verbirgt sich also eine grössere Merkleistung – eine gelungene Kombination in diesem Fall, auch wenn man zwischendurch die Vögelchen zwitschern hört.


Fakten zu Birdie

Autor: David Spada
Illustrationen: Stefano Tartarotti
Verlag: Game Factory

Spielerzahl: 2 – 4 Personen
Spieldauer: 30 Minuten
Altersangabe: ab 8 Jahren
Benötigt: Reihenweise Kartensets
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2 – 4 Personen
Richtet sich an: Familie

gutes Spiel

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