Otto Normalo – Spielkritik

Immer schön im Durchschnitt bleiben und bloss nicht auffallen. Das Fragespiel Otto Normalo verfolgt einen neuen Ansatz. Trotzdem ist ein gutes Allgemeinwissen von Vorteil, sonst kann man kaum auf die unterschiedlichsten Ausgangslagen reagieren.

Otto Normalo

Otto Normalo ist ein Durchschnittsmensch, an dem wir uns in diesem Quiz orientieren. Wir wollen nicht zu den Besten gehören, aber auch nicht zu den Schlechtesten. Bleibt also die goldene Mitte, die gar nicht so leicht zu treffen ist. Zu Beginn erhalten alle eine kleine, abwischbare Tafel für die Lösungen der vielen Fragen. Mit dem Spezialstift lassen sich dort die Lösungen notieren. Ein Stapel mit Fragekarten und ein kleiner Stapel mit Zahlenkarten liegt ebenfalls für alle bereit. Schon können wir unser durchschnittliches Wissen testen.

Und so wird gespielt:

Reihum spielt man Quizkarte für Quizkarte, bis insgesamt 10 Fragen gestellt wurden. Die Anzahl der Karten ist also sozusagen der Timer des Spiels. Wer eine neue Quizkarte zieht, nimmt sich auch gleich eine Zahlenkarte aus dem zweiten Stapel. Die Zahl bestimmt, welche Frage von der aktuellen Karte vorgelesen wird. Die Antwort ist immer eine Zahl zwischen 1 und 99.

Otto Normalo

So weit, so normal – nun kommt aber der Clou des Spiels. Wer zu nahe oder zu weit weg von der korrekten Antwort ist, scheidet aus. Nur wer sich im Durchschnitt bewegt, kann in einer zweiten Phase mit den Punkten das Spiel manipulieren. Auf der Rückseite der Karten findet man die korrekten Lösungen zur Überprüfung. Da man das Wissen seiner Mitspielenden nie so genau einschätzen kann, variiert der „Durchschnitt“ auch bei jeder Frage.

Wer sich im Mittelfeld wiedergefunden hat, darf mit den Chips zwei Aktionen durchführen. Und wieder orientiert man sich dabei am Durchschnittsprinzip. Als mögliche Aktion nimmt man einen Punkte-Chip aus dem Vorrat und gibt ihn einer beliebigen Person. Oder man verschiebt einen bereits ausliegenden Punkte-Chip zu einer anderen Person. In einer grösseren Spielrunde dürfen mehrere Durchschnittspersonen mit den Chips hantieren.

Otto Normalo

Um nach 10 Fragen das Spiel zu gewinnen, muss man natürlich wieder im Durchschnitt liegen. Wer die meisten oder die wenigsten Chips besitzt, verliert die Partie. So macht das Verschieben der Punkte-Chips viel Sinn. Nach jeder Frage manipuliert man am Endergebnis und korrigiert die Anzahl in die passende Richtung.

Mit mehreren Otto Normalos kann man am Ende noch eine Champions-Runde spielen. Hier bricht das Quiz allerdings mit seinen Regeln. Es gibt eine spezielle Championsfrage, die man nun möglichst genau beantworten muss. Auch das Spektrum der möglichen Zahlenwerte ist nun offen. Wer die genaueste Antwort liefert, bricht für einmal aus dem „normalen“ Rahmen aus und holt sich den alleinigen Sieg.


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Fazit zu Otto Normalo

Die vielen Fragen bei diesem Quiz sind grossartig und vielseitig. Oft weiss man, in welchem Bereich sich die Antwort bewegen kann, aber eben nicht genau. Und das ist genau die Art von Fragen, die dieses Spiel braucht. Um ein Otto Normalo zu sein, muss man mit mittelmässigem Wissen glänzen. Dieses Mittelmass verschiebt sich natürlich, wenn die Gruppe einmal zu gut Bescheid weiss oder eben gar nicht. So spekuliert man mit der passenden Antwort und dem möglichen Wissen der Mitspielenden. Es ist ein Quiz, bei dem man nicht den geraden Weg geht, sondern eine mittelmässige Antwort sucht.

Dieses „Um die Ecke – Denken“ ist ein frischer Ansatz für ein Quiz, aber er kommt nicht allen Mitspielenden gelegen. Wir sind es uns gewohnt, die perfekte Antwort anzupeilen, dürfen das hier aber auf keinen Fall tun. Das Manipulieren mit den Punkte-Chips gefällt mir sehr gut und ist eigentlich noch ein zweites Spiel im Spiel. Wie verteilt man die Chips passend, damit man am Ende in der Mitte des Wertungsbereichs liegt? Leider muss man sich die Punkteverteilung Runde für Runde erst mit einer durchschnittlichen Antwort verdienen. Otto Normalo ist also kein klassisches Quiz, Durchschnitt ist es allerdings auch nicht. Man muss sich dem Konzept aber spielerisch ein wenig annähern.


Fakten zu Otto Normalo

Autor: Matt Edmondson
Illustrationen: Matt Edmondson
Verlag: Piatnik

Spielerzahl: 3 – 6 Personen
Spieldauer: 30 Minuten
Altersangabe: ab 12 Jahren
Benötigt: Durchschnittliche Leistungen
Wiederspielreiz: gross

Geeignet für 2 Spieler: kein 2er-Spiel
Beste Spielerzahl: 3 – 6 Personen
Richtet sich an: Familie

gutes Spiel

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