Boxxy – Spielkritik

In der Spieleschachtel von Boxxy versteckt sich – eine Box. Die ist wiederum gefüllt mit 7 Buchstabenwürfeln und einer Sanduhr. Die Wortakrobaten werden sich jetzt schon freuen, denn Scrabble war gestern – Boxxy ist heute.

Innerhalb kurzer Zeit müssen möglichst viele Wörter gebildet werden. Die lustige Spielbox bildet dabei das Zentrum des Spiels. Ein Spieler schüttelt die Würfelbox. Nun haben alle Spieler eine Sanduhr lang Zeit, sich möglichst viele Wörter zu notieren, die sich aus den 7 Würfeln bilden lassen. Dabei muss ein Wort mindestens 3 Buchstaben haben. Jeder Buchstabe kann mehrfach innerhalb eines Wortes vorkommen. Ein doppelt gewürfelter Buchstabe gilt als Joker und kann durch einen beliebigen anderen ersetzt werden.
Ist die Zeit abgelaufen, kommt es zur Wertung. Hat man ein Wort als Einziger notiert, bekommt man 5 Punkte. hatten anderen den gleichen Einfall, gibt es noch 2 Punkte. Zudem zählt jeder Buchstabe einen Punkt. Wenn man es gar schafft, aus allen 7 Buchstaben ein Wort zu finden, das die anderen Spieler nicht haben, bringt es 25 Punkte ein.

Das Spielende ist flexibel wählbar nach einer bestimmten Anzahl Runden. Für Wortexperten bietet Boxxy noch einige Varianten an. So kann man den Themenbereich vorher festlegen, die gewürfelten Buchstaben als Anfangsbuchstaben eines Wortes nehmen oder jeweils ein möglichst langes Wort mit mindestens 4 der Buchstaben suchen.

Fazit:
Boxxy ist ein nettes, kurzes Spiel für zwischendurch – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Schnell erlernt, einfach zu spielen. Wer gerne Buchstaben jongliert, liegt damit sicher richtig. Zudem ist die Box mit integrierter Sanduhr bereits eine Attraktion. Boxxy ist auch ideal für unterwegs, braucht kaum Platz und ist schnell gespielt. Die Buchstaben auf den Würfeln bieten eine grosse Anzahl an verschiedenen Kombinationen, so dass für Abwechslung gesorgt ist.

Boxxy | Autor: Keine Angabe | Verlag: Schmidt
Würfelspiel für 2-4 Personen | Spieldauer: ca. 20 Minuten | Benötigt: Einen zeitlich begrenzten Wortschatz | Wiederspielreiz: ok

Besten Dank an Carletto und Schmidt für ein Rezensionsexemplar von Boxxy!

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Strasbourg – Spielkritik

Im 15. Jahrhundert bestimmen die Handwerkszünfte die Geschicke der Stadt Strassburg. Das soll sich nun ändern. Aufstrebende Familien wollen in den Zünften unterkommen und ordentlich mitbestimmen. In Strasbourg, dem neuen Spiel von Stefan Feld, ist die Mission also klar definiert. Ran an die Macht!

Jeder Spieler startet mit einigen Familienmitgliedern, 24 Einflusskarten und ein wenig Geld. Noch vor Spielstart bekommen alle Spieler zufällig 5 Aufgabenkarten. Aus ihnen muss man mindestens eine auswählen, die man bis zum Ende der Partie erfüllen sollte.

Strasbourg ist in 3 Phasen eingeteilt und beginnt mit der Planungsphase. Die löst jeder Spieler für sich selber. Vom gemischten Stapel mit den Einflusskarten darf man sich einige ziehen. Wie viele, entscheidet jeder Spieler für sich selber. Sie müssen jedoch für 5 Spielrunden einer Partie reichen. Eine gute Einteilung ist also gefragt. Auf den Einflusskarten sind Zahlen von 1 bis 6 gedruckt. Mit den gezogenen Karten macht man beliebig viele verdeckte Stapel vor sich. Dabei darf man nur eine oder mehrere Karten aufeinander stapeln.

Dann beginnt die Aktionsphase. Auf der Rundentafel werden 9 Schritte abgearbeitet. In jedem Schritt geht es um den Einfluss in einer der Zünfte oder den Handel. Hier kann man der Reihe nach sein Gebot mittels der Einflusskarten abgeben. Wer am meisten bietet ist der Meister dieser Zunft und darf ein Familienmitglied in den Stadtrat stellen, eine entsprechende Ware nehmen und ein Familienmitglied in die Stadt stellen. Das kostet allerdings eine kleine Gebühr. Auch der 2. Platz bei den Geboten wird noch belohnt. Allerdings nur noch mit einer Ware und der Möglichkeit eines Stadtteils. Der 3. Platz kann noch entscheiden, ob er eine Ware ODER einen Stadtteil möchte. Alle weiteren Spieler gehen leer aus, können jedoch eine Einflusskarte unter ihren Stapel zurücklegen.
Wenn ich in einer Handelsrunde das höchste Gebot abgebe, kann ich meine Warenplättchen wieder verkaufen und zu Geld machen.

Am Anfang der Rundentafel wird immer der Einfluss auf Adel und Kirche bestimmt. Das bringt Vorteile ganz am Schluss der Rundentafel. Dann darf die Kirche nämlich eine Kapelle ins Stadtgebiet bauen, der Adel gar ein Gebäude. Sie sind am Spielende massgebend für die Punkte.
Am Rundenende beginnt die Ratsphase. Es gibt Punkte für jedes Familienmitglied, das nun im Stadtrat steht. Für die meisten Mitglieder erhält man noch ein Privileg, das man in einer nächsten Gebotsrunde einlösen kann. Mit ihm darf man erst die Gebote der Mitspieler anhören, bevor man sein eigenes abgibt.

Nach 5 Runden werden Punkte verteilt. Für Familienmitglieder in der Stadt, neben einer Kapelle, neben einem neuen Gebäude oder für die Erfüllung von Aufgaben. Nicht gelöste Aufgaben werden mit 3 Minuspunkten bestraft. Welche Familie bekommt am meisten Macht in Strasbourg?

Fazit:
Strasbourg ist ein tolles Strategiespiel, das sich sehr flott spielt und die Spannung immer aufrecht erhält. Das beginnt bei den Gebotsrunden und endet bei den Aufgaben, mit denen jeder Spieler schon vor Spielbeginn seine Strategie ganz geheim aufgleist, sie aber erst am Spielende auflöst. Auch die Einflusskarten müssen überlegt und sparsam eingesetzt werden. Sonst kann man gegen Ende des Spiels ziemlich hilf- und aktionslos dastehen. Strasbourg – ein spannendes, abwechslungsreiches und durchdachtes Strategiespiel und daher klar zu empfehlen.

Strasbourg | Autor: Stefan Feld | Verlag: Pegasus Spiele
Strategiespiel für 3-5 Personen | Spieldauer: 60-90 Minuten | Benötigt: Planerische Weitsicht beim Machtgerangel | Wiederspielreiz: sehr gross

Besten Dank an Pegasus Spiele für ein Rezensionsexemplar von Strasbourg!

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Stefan Brück – Produktmanager alea

Stefan Brück ist Redakteur und Produktmanager von alea, einer Marke von Ravensburger. Mit Die Burgen von Burgund und Artus und die Ritter der Tafelrunde hat der Verlag eben erst zwei Brettspiele veröffentlicht, die in Spielerkreisen freudig erwartet wurden. Also ein guter Grund für brettspielblog.ch, um nachzufragen.

Was macht ein Spiel denn zu einem alea-Spiel?
Stefan Brück (S.B.): Schwer zu sagen. So unterschiedlich zu Spielen anderer (anspruchsvoller) Verlage sind die alea-Spiele ja auch gar nicht. Ich denke, wir legen hier alle dieselben Kriterien zugrunde: langanhaltende spielerische Herausforderung, langanhaltender Spielspaß auf stetem hohen Niveau, möglichst große Strategievarianz (soll heißen: mehrere verschiedene Wege können zum Sieg führen), Abwechslung in Material und Spielkern, nicht zu verkopft/grübellastig, lückenlose Regeln etc.

Wie wird ein neues alea-Spiel denn ausgewählt?
S.B.: Wir testen mal mehr, mal weniger Spiele auf Herz und Nieren, engen den Kreis nach und nach ein und entscheiden dann zu einem Zeitpunkt X, dass es das ist und die anderen (noch) nicht … Und dann fängt erst die eigentliche Arbeit an! ;o)

Wie weit laufen die Planungen in der Verlagsarbeit für ein neues Spiel bereits im Voraus?
S.B.: Wie oben geschrieben: Wenn der Zeitpunkt X eingetreten ist, geht´s voran, ungeachtet möglicher Zeitabläufe. Der Zeitpunkt X variiert aufs Jahr gesehen immer wieder stark, da man nicht immer im Januar diesen, im März jenen und im Mai den entscheidenden Schritt machen kann, dafür ist das Angebot und das Eintreffen verfolgenswerter Prototypen zu unterschiedlich und somit im Grunde kaum planbar. Mal hat man 6, 7 gute Protos „in der Mache“, mal ist man über den einen froh – und mal hat man auch gar keinen …

Wie stark beeinflussen die zwei grossen Spielmessen (Nürnberg, Essen) die Verlagsarbeit?
S.B.: Nun, klar, das sind natürlich *die* zwei Zeitpunkte jedes Spieleverlages im Jahr. Essen ist für uns als Macher anspruchsvoller Spiele unbestritten die wichtigere Messe. D.h. es ist schon unser aller Ziel, dort produzierte Spiele präsentieren zu können. Ist allerdings im Sommer bereits absehbar, dass wir dies nicht pünktlich schaffen werden, entscheiden wir bereits frühzeitig, dass es bei gut spielbaren Prototypen bleiben wird, um so das Feedback und die diversen Eindrücke von der Messe noch in das finale Produkt mit einfließen lassen zu können (wie es zuletzt bei ‚Die Burgen von Burgund‘ der Fall war – und ich denke, das Ergebnis spricht für sich und diese Vorgehensweise). Umgekehrt formuliert soll dies auch anklingen lassen: Wir würden für keine Messe dieser Welt und zu keinem Zeitpunkt ein Spiel veröffentlichen, das aus unserer Sicht noch nicht „fertig“, „reif“ dafür ist (da dies zwar kurzfristig erfolgreicher sein mag, mittel- und langfristig aber zu keinerlei positivem Ergebnis führen kann!)

Es wird immer ein grosses Geheimnis gemacht, wenn es um zukünftige Spiele geht. So versuche ich es einmal auf diesem Weg: Was ist thematisch demnächst von alea zu erwarten?
S.B.: Zu Essen planen wir eine – aufwändige; neudeutsch würde man wohl sagen:“gepimpte“ – Jubiläumsausgabe zu unserem größten Erfolgsspiel, Puerto Rico, das vor 10 Jahren in Essen erstmalig (und mit nie mehr dagewesenem Erfolg) präsentiert wurde. Und für Frühjahr 2012 ist wieder ein Spiel in der mittelgroßen Box geplant, aber das kenne auch ich bislang noch nicht einmal ansatzweise … ;o)

Stefan Brück, besten Dank für das Interview. Wir erwarten natürlich gerne weitere anspruchsvolle und spannende alea-Spiele in Zukunft.

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7. Nationaler Spieltag – Die Schweiz spielt

Bereits zum 7. Mal organisiert der Verein Schweizer Ludotheken den Nationalen Spieltag. Alle drei Jahre bieten die regionalen Ludotheken an diesem Tag ein Spezialprogramm, das zum Spielen animiert. So gibt es bestimmt auch überall viele Brettspiele zu testen. Also dann, nichts wie los am 28. Mai 2011 in die Ludothek deiner Umgebung.

> Informationen zum Spieltag

 

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Jaipur – Spielkritik

Das Kartenspiel Jaipur ist ein Handelsspiel für 2 Personen. Auf einem Markt im Orient muss man sich Tücher, Silber, Gewürze, Leder etc. sichern, um möglichst viel Gewinn einzufahren.

Es geht um die Gunst des Maharadschas. Denn nur der beste Händler kann bei ihm Hoflieferant werden und sein Ansehen steigern. Gestartet wird mit 5 Handkarten. Karten gibt es reichlich bei Jaipur. Sie zeigen entweder begehrte Waren (Diamanten, Gold, Silber, Tuch, Gewürze, oder Leder) oder einfach Kamele. Auf dem Markt in der Tischmitte werden bei Spielbeginn immer 3 Kamele sowie 2 zufällige Warenkarten präsentiert. Dort darf gehandelt werden, es müssen dazu immer 5 Karten auf dem Markt sein.
Die Handkarten werden geheim gehalten. Nur Kamele kommen auf die Koppel und liegen vor den Spielern offen aus. Auf dem Tisch liegen ebenfalls ganz viel Chips. Sie sind den Warenfarben entsprechend sortiert und tragen verschiedene Werte.

Ein Spieler, der an der Reihe ist, kann entweder Karten nehmen oder ablegen. Karten können dabei immer nur vom Markt genommen werden. Der Spieler kann sich entscheiden, ob er nur eine einzelne Warenkarte nimmt, die dann vom Nachziehstapel ersetzt wird. Er kann aber auch mehrere Warenkarten austauschen gegen eigene. Oder er nimmt alle Kamele vom Markt in seine Koppel. Sie werden ebenfalls mit Karten vom Nachziehstapel ersetzt. Kamele darf man auch zurücktauschen, sie aber niemals einzeln vom Markt nehmen. Daher sind sie begehrte Tauschobjekte, um dem Gegner keine guten Warenkarten zu präsentieren.

In der Hand darf man höchstens 7 Karten halten. Deshalb sollte man seine Waren zum besten Zeitpunkt verkaufen und ablegen. Je mehr gleiche Karten ich verkaufen kann, desto mehr Geld in Form von Chips darf ich mir vom Tisch holen. Die ersten Chipswerte sind dabei höher als die letzten in der Reihe. Ab drei verkauften Karten einer Sorte kann ich zusätzlich noch einen Bonuschips ziehen, der mir einen zufälligen Geldbeitrag sichert.
Die teuren Waren (Gold, Silber, Diamanten) darf ich erst ab 2 Stück verkaufen.

So wird gehandelt und werden Chips gezogen bis entweder der Nachziehstapel leer ist oder 3 Warenchips-Arten ausverkauft sind. Wer dann am meisten Kamele in seiner Koppel hat, darf sich einen Bonuschip im Wert von 5 Rupien nehmen.
Alle gehandelten Chips werden nun gezählt. Waren- und Bonuschips sind auf der Rückseite wie Münzen bedruckt. Wer am meisten Geld hat, gewinnt diese Runde. Wer bei Jaipur zuerst 2 Rundensiege einfährt, wird Hoflieferant des Maharadschas und gewinnt das Spiel.

Fazit:
Jaipur ist ein tolles Handelsspiel für 2 Personen. Mit den Kamelkarten lässt es sich herrlich taktieren. Man sollte das Sammelverhalten des Mitspielers immer beobachten, ihm nie eine zu grosse Auswahl auf dem Markt überlassen. Um handlungsfähig zu bleiben, darf man trotzdem nicht zu viele Karten sparen, denn es könnte sich plötzlich ein lukrativer Tausch anbieten. Jaipur bietet einen schnell erlernten Spielspass mit angenehmer Spieldauer, die zur Revanche animiert. Es ist weniger glückslastig wie beispielsweise Lost Cities. Und das Material und die Gestaltung sind ausgezeichnet. Jaipur ist ein sehr empfehlenwertes 2-Personen-Spiel.

Jaipur | Autor: Sébastien Pauchon | Verlag: Game Works
Kartenspiel für 2 Personen | Spieldauer: ca. 30 Minuten | Benötigt: Taktisches Handeln und Kamele, Kamele, Kamele | Wiederspielreiz: sehr gross

Besten Dank an Swissgames und Game Works für ein Rezensionsexemplar von Jaipur!

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